Am Altmark-Klinikum im sachsen-anhaltischen Gardelegen werden ab Donnerstag keine neuen Patientinnen mehr in der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe aufgenommen. Das Klinikum begründet den Schritt mit Personalmangel, sinkenden Geburtenzahlen und Qualitätsanforderungen.
Wie das Altmark-Klinikum mitteilte, wird der Bereich zum 14. Mai von der regionalen Versorgung abgemeldet. Bereits aufgenommene Patientinnen sollen nach Angaben einer Sprecherin weiterbehandelt und nicht sofort verlegt werden. Andere klinische Bereiche am Standort seien von der Veränderung nicht betroffen. Die ambulante Versorgung von Babys, Kindern und Jugendlichen sei über das Fachärztliche Zentrum in Gardelegen weiterhin gesichert.
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Das Klinikum verwies auf einen massiven Rückgang der Fallzahlen. Im Jahr 2016 seien in Gardelegen noch 383 Babys zur Welt gekommen, 2021 noch 273 und im Jahr 2025 nur noch 93. Nur etwa jede dritte werdende Mutter im Versorgungsumkreis von 30 Kilometern nehme die Geburtshilfe in Gardelegen in Anspruch. Viele wählten größere Häuser mit angeschlossener Kinderklinik in Salzwedel, Stendal oder Magdeburg.
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Entscheidung war laut Geschäftsführer „unausweichlich“
Der medizinische Geschäftsführer der Altmark-Klinikum gGmbH, Michael Schoof, nannte die Entscheidung „im Sinne der Versorgungsqualität unausweichlich“. Die Klinik habe schon seit Jahren nur dank eines Kernteams und mit externer Unterstützung zur Sicherung der fachärztlichen Besetzung rund um die Uhr geführt werden können. Neues fachärztliches Personal und Hebammen zu gewinnen, sei nahezu aussichtslos.
Bereits seit dem Wegfall der stationären Kinderheilkunde Anfang 2022 war die Geburtshilfe in Gardelegen eingeschränkt. Entbindungen waren seitdem nur nach der abgeschlossenen 36. Schwangerschaftswoche und bei absehbar komplikationsfreiem Verlauf möglich.
Der Schritt kommt rund ein Jahr nach Fertigstellung eines neuen Versorgungskomplexes am Krankenhaus für etwa elf Millionen Euro. Das Projekt war ursprünglich als Mutter-Kind-Zentrum geplant, wurde nach Angaben des Klinikums aber zu einem interdisziplinären Versorgungskomplex umgestaltet. Das Krankenhaus Gardelegen bleibe ein Standort der Grund- und Regelversorgung für die Altmark, teilte das Klinikum mit.
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