Iran-Krieg

Angriff vor Oman: Öltanker nach Beschuss manövrierunfähig

Vor der omanischen Küste ist ein Tanker beschossen worden – am Ölmarkt gibt es keine Entwarnung. Die USA verschärfen ihre wirtschaftlichen Repressalien gegen den Iran.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Für Tanker bleibt die Straße von Hormus nur eingeschränkt passierbar.

Für Tanker bleibt die Straße von Hormus nur eingeschränkt passierbar.

© Nicolas Koutsokostas/imago

In der Straße von Hormus ist erneut ein Öltanker angegriffen worden. Das Schiff sei rund neun Seemeilen – etwa 17 Kilometer – nordöstlich des omanischen Ortes Asch Schischah von einem „unbekannten Geschoss“ getroffen worden, teilte die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt UKMTO in der Nacht zum Dienstag mit.

Der Maschinenraum sei beschädigt, der Tanker manövrierunfähig. Die Besatzung sei in Sicherheit. Angaben zu möglichen Umweltschäden lagen der Behörde zunächst nicht vor.

Wer für den Angriff verantwortlich ist, blieb nach den Angaben der UKMTO offen. Auch den Namen und die Flagge des betroffenen Schiffes nannte die Behörde nicht. Weiteren Schiffen wurde geraten, die Region mit Vorsicht zu passieren und verdächtige Beobachtungen zu melden. Die Behörden untersuchten den Vorfall.

Iran blockiert Meerenge weitgehend

Die Straße von Hormus ist im Krieg zwischen den USA und dem Iran zum zentralen Streitpunkt geworden. Der Iran hält die für den weltweiten Öl-, Gas- und Düngerhandel wichtige Passage mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe nach eigenen Angaben weitgehend geschlossen.

Teheran verlangt, dass Schiffe den Anweisungen seiner Behörden folgen und ausschließlich eine vom Iran vorgegebene Route entlang der eigenen Küste nehmen.

Vor Kriegsbeginn Ende Februar mit Angriffen der USA und Israels auf den Iran liefen über die Meerenge Transporte in einem Umfang von etwa 20 Prozent des weltweiten Ölverbrauchs. Ein im Juni vereinbarter Waffenstillstand mit der Ankündigung einer Rückkehr zu freier Schifffahrt war nach wenigen Wochen zerbrochen.

Parallel haben die USA die wirtschaftlichen Zwangsmaßnahmen gegen den Iran verschärft. Die Trump-Regierung will gegen das Land nun nach eigenen Angaben die „härtesten Sanktionen der Geschichte“ verhängen.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

US-Finanzminister Scott Bessent kündigte laut Reuters am Montag eine Ausweitung der Sekundärsanktionen gegen den Iran an: Länder mit Geschäftsbeziehungen zu Teheran müssten diese beenden oder den Ausschluss aus dem dollarbasierten Finanzsystem in Kauf nehmen. Welche Staaten konkret betroffen seien und wann die Strafen greifen, ließ Bessent offen.

Ölmarkt reagiert vorsichtig

Am Ölmarkt waren die Preise nach der Ankündigung der Sanktionen am Montag um mehr als zwei Prozent gefallen. Im frühen Handel am Dienstag stabilisierten sie sich: Die Nordseesorte Brent lag laut Reuters bei 92,16 US-Dollar je Barrel und damit rund 0,1 Prozent im Minus, während die US-Sorte WTI mit 85,02 Dollar nahezu unverändert notierte.

Analyst Tim Waterer vom Brokerhaus KCM sagte Reuters, die Märkte werteten die wirtschaftlichen Zwangsmaßnahmen als geringeres Risiko für die Versorgung mit Öl und Gas als militärische Angriffe. Der Iran könne aber die Schifffahrt weiter stören, was einen Risikoaufschlag im Ölpreis halte. Die strategische Ölreserve der USA sank nach Angaben des Energieministeriums zuletzt auf den niedrigsten Stand seit November 1982.

Eine vollständige Wiederöffnung der Straße von Hormus ist nach gescheiterten Bemühungen um diplomatische Vermittlung zwischen Washington und Teheran weiter nicht in Sicht.

Am Montag hatte der Iran nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters 45 Tanker benannt, die gegen die iranischen Vorgaben verstoßen haben sollen, und mit Maßnahmen bis hin zur Beschlagnahme der Ladung gedroht.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner