499 Straftaten wurden im ersten Halbjahr 2026 gegen Mitglieder der im Bundestag vertretenen Parteien registriert. 193 davon richteten sich gegen AfD-Mitglieder, 121 gegen Mitglieder der CDU. Am wenigsten betroffen war die CSU mit 20 registrierten Straftaten. Die Zahlen stammen aus einer Kleinen Anfrage der AfD-Fraktion an die Bundesregierung, in der nach Straftaten gegen Parteimitglieder, Parteibüros und Wahlplakate gefragt wurde.
Grundlage der Angaben ist der Kriminalpolizeiliche Meldedienst in Fällen politisch motivierter Kriminalität. Die Statistik unterscheidet dabei zwischen verschiedenen Angriffszielen: Neben Parteirepräsentanten und -mitgliedern werden auch Parteigebäude und -einrichtungen sowie Wahlplakate erfasst.
AfD in allen drei Bereichen am häufigsten betroffen
Über alle drei Kategorien hinweg entfielen die meisten registrierten Straftaten auf die AfD. Bei Angriffen auf Personen dominierten Äußerungsdelikte. Dazu zählen unter anderem Beleidigungen oder andere strafbare Äußerungen. An zweiter Stelle folgten Gewaltdelikte.
Auch bei Angriffen auf Parteibüros lag die AfD mit 38 Fällen an der Spitze. Es folgten die CDU mit 25 und die Linke mit 24 registrierten Straftaten. In dieser Kategorie handelte es sich überwiegend um Sachbeschädigungen.
Deutlich höher liegen die Fallzahlen bei Wahlplakaten. Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 2677 Straftaten in diesem Zusammenhang registriert. Auf die AfD entfielen 730 Fälle, auf die Grünen 447 und auf die CDU 283. Die CSU weist auch in dieser Kategorie die niedrigste Zahl auf. Ein Grund dafür dürfte sein, dass die CSU ausschließlich in Bayern aktiv ist und damit eine deutlich kleinere regionale Präsenz hat als Parteien, die bundesweit vertreten sind.
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Deutlich weniger Fälle als im Vorjahr
Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 ist die Zahl der registrierten Straftaten in allen drei Bereichen deutlich gesunken. Bei Angriffen auf Parteigebäude ging sie von 380 auf 132 Fälle zurück. Noch stärker fällt der Rückgang bei Straftaten gegen Parteimitglieder aus: Nach 2210 Fällen im Vorjahreszeitraum wurden 2026 noch 499 registriert.
Auch bei den Wahlplakaten ist ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. Die Zahl sank um fast 72 Prozent von 9462 auf 2677 Fälle. Die aktuellen Zahlen zeigen damit zwar weiterhin eine beträchtliche Zahl von Straftaten, zugleich liegen sie erheblich unter denen des Vorjahreszeitraums.
Was die Statistik tatsächlich aussagt
Der Begriff „Angriff“ darf dabei nicht mit einem körperlichen Angriff gleichgesetzt werden. Die Statistik erfasst unterschiedliche Formen politisch motivierter Kriminalität. Dazu gehören unter anderem Sachbeschädigungs-, Gewalt- und Äußerungsdelikte sowie Äußerungsdelikte mit einer Bedrohungslage.
Die Zahlen geben daher zunächst Auskunft darüber, welche Straftaten polizeilich registriert wurden und welchem Angriffsziel sie zugeordnet wurden. Sie lassen sich nicht unmittelbar als Messgröße für das allgemeine politische Klima interpretieren.
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AfD besonders häufig betroffen – aber nicht allein
Die Anfrage wurde von der AfD gestellt, die nach den vorliegenden Zahlen zugleich die am häufigsten betroffene Partei ist.
Gleichzeitig zeigen die Zahlen, dass auch die anderen im Bundestag vertretenen Parteien Ziel von Straftaten werden. Die Betroffenheit ist allerdings unterschiedlich stark ausgeprägt. Angriffe auf politische Akteure und Einrichtungen sind damit kein ausschließliches Problem einer einzelnen Partei, sondern betreffen das gesamte Parteienspektrum.
Die Zahlen sind deshalb ernst zu nehmen: Straftaten gegen Politiker, Parteien und ihre Infrastruktur können politische Arbeit erschweren und die demokratische Teilhabe beeinträchtigen. Zugleich sollte aus den Daten nicht mehr abgeleitet werden, als sie tatsächlich belegen. Sie dokumentieren registrierte Straftaten, nicht aber, warum sie begangen wurden oder wie sich das politische Klima insgesamt entwickelt.
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