Das Anhaltische Theater in Dessau-Roßlau wird in den kommenden Jahren umfassend instand gesetzt. Dafür stehen zwölf Millionen Euro aus dem Sondervermögen Infrastruktur des Bundes bereit, wie die Staatskanzlei in Magdeburg mitteilte. Eine Schließung des Hauses während der Bauarbeiten ist zunächst nicht vorgesehen.
Sachsen-Anhalts Kulturminister Rainer Robra (CDU) verwies zum Auftakt der Sanierung auf den fortlaufenden Erhaltungsaufwand: „Ein Gebäude wie das Anhaltische Theater Dessau würde verfallen, wenn Kommune und Land nicht ständig um seine Erhaltung bemüht wären.“ Das Haus sei für Dessau-Roßlau ebenso identitätsstiftend wie das Bauhaus. „Diese Schätze müssen wir für die Zukunft bewahren“, so Robra.
Ohne Sanierung würden die vorhandenen Schäden an der Bausubstanz durch weitere Verwitterung zunehmen, hieß es aus der Staatskanzlei. Laut Robra wäre in diesem Fall auch die Sicherheit des Publikums nicht mehr zu gewährleisten.
Arbeiten an Fassade, Dach und Bühnenboden
Zunächst sollen Fassaden und Dach bearbeitet werden. Im Inneren des Gebäudes ist unter anderem die Umsetzung eines modernen Brandschutzkonzepts vorgesehen. Zusätzlich werden die Sanitäranlagen saniert und der Bühnenboden erneuert.
Die Geschichte des Hauses reicht bis ins späte 18. Jahrhundert zurück: Das erste Dessauer Theater errichtete 1789 Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff (1736–1800), auf den zahlreiche Bauten der Kulturlandschaft Dessau-Wörlitzer Gartenreich zurückgehen. Bei schweren Luftangriffen im Mai 1944 wurde die Spielstätte zerstört und erst 1949 nach dem Wiederaufbau wiedereröffnet. Die Umbenennung in Anhaltisches Theater erfolgte 1994.
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