Landwirtschaft

Apfelernte 2026 startet im Osten – mit überraschend großen Unterschieden

Ein Vergleich der fünf Ostländer zeigt: Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg legen kräftig zu, weiter südlich fällt die Ernte deutlich schwächer aus.

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Ein Apfelbaum voller reifer Früchte: In Ostdeutschland fällt die Ernte 2026 regional sehr unterschiedlich aus.

Ein Apfelbaum voller reifer Früchte: In Ostdeutschland fällt die Ernte 2026 regional sehr unterschiedlich aus.

© Sebastian Gollnow/dpa

In Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt hat die Apfelernte bereits begonnen, in den übrigen ostdeutschen Ländern läuft sie an oder steht kurz bevor. Schon jetzt zeigt sich: Die Saison fällt im Osten extrem unterschiedlich aus.

Im Nordosten werden in diesem Jahr 24.000 bis 25.000 Tonnen Äpfel erwartet. Das sind nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums mehr als 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Thüringen liegt dagegen deutlich unter seinem langjährigen Niveau. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes fällt die dort erwartete Ernte rund 45 Prozent niedriger aus als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.

Brandenburg erntet deutlich mehr – trotz kleinerer Fläche

Brandenburg gehört 2026 zu den Gewinnern. Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg rechnet mit rund 22.800 Tonnen Äpfeln. Im vergangenen Jahr waren es etwa 16.600 Tonnen. Das entspricht einem Zuwachs von rund 37 Prozent.

Bemerkenswert ist der Anstieg auch deshalb, weil die Anbaufläche gleichzeitig zurückgeht. Rund 735 Hektar werden in diesem Jahr noch für den Apfelanbau genutzt, im Vorjahr waren es 755 Hektar. Die Betriebe erwarten also mehr Äpfel auf weniger Fläche.

Ein Grund dafür sind vergleichsweise geringe Frostschäden. Zwar verzögerte ein kaltes Frühjahr die Entwicklung, später setzte die Hitze den Beständen zu. Größere flächendeckende Schäden blieben jedoch aus. Der erwartete Hektarertrag liegt mit knapp 31 Tonnen deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre.

Sachsen verliert nach starkem Apfeljahr

In Sachsen-Anhalt, wo die Ernte heute beginnt, fällt die Prognose deutlich schwächer aus. Erwartet werden rund 13.000 Tonnen Äpfel. Im Vorjahr waren es etwa 17.000 Tonnen. Damit dürfte die Ernte um ungefähr ein Viertel kleiner ausfallen. Spätfröste sowie Trockenheit und Hitze haben dort die Bestände belastet. Teilweise blieben Früchte kleiner oder wurden durch intensive Sonneneinstrahlung geschädigt.

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Auch in Sachsen zeigt die Prognose nach unten. Der Obstverband Sachsen & Sachsen-Anhalt rechnet aktuell mit rund 44.300 Tonnen Äpfeln. Das sind 14,7 Prozent weniger als die 51.960 Tonnen des vergangenen Jahres.

Als Gründe nennt der Verband mehrere Faktoren: Die Anbaufläche ist kleiner geworden, hinzu kamen Frost, Hagel, Hitze und Trockenheit. Außerdem spielt die sogenannte Alternanz eine Rolle. Apfelbäume können nach einem besonders ertragreichen Jahr im folgenden Jahr weniger Früchte tragen. 2025 war in Sachsen ein starkes Apfeljahr. Trotz der geringeren Mengen soll die Qualität der Früchte überwiegend gut sein.

Für Jörg Geithel, Chef des Obstbauverbandes Sachsen & Sachsen-Anhalt, geht es dabei längst nicht nur um das Wetter. Die Betriebe hätten mit steigenden Produktionskosten und zunehmendem Konkurrenzdruck durch Importware zu kämpfen. „Wir reden über Regionalität und Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit, aber akzeptieren immer häufiger, dass heimisches Obst durch Importware ersetzt wird“, sagte Geithel zum Start der Saison.

Thüringen fällt im Ost-Vergleich besonders zurück

In Mecklenburg-Vorpommern fällt die Prognose besonders positiv aus.  Nach der schwachen Ernte 2025 nähert sich das Land damit wieder dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre an. Trotz der guten Ernte blickt man dort nicht ganz sorgenfrei auf die Saison. Agrarstaatssekretär André Konsolke sagte, nach dem schwierigen Vorjahr seien die Aussichten deutlich besser. Jetzt komme es aber darauf an, „dass die heimischen Äpfel auch ihren Weg zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern finden“.

Am stärksten fällt der Rückgang im langjährigen Vergleich in Thüringen aus. 2025 waren in Thüringen noch rund 26.300 Tonnen Äpfel geerntet worden. Für dieses Jahr liegen die Erwartungen deutlich darunter. Bundesweit erwartet das Statistische Bundesamt in diesem Jahr rund 934.000 Tonnen Äpfel. Das wären 5,4 Prozent weniger als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre und 17,9 Prozent weniger als nach der besonders starken Ernte 2025.

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