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Apple bittet Trump um Erlaubnis für Speicherchips von chinesischer Blacklist-Firma

Steigende Chippreise treiben Apple zu einem ungewöhnlichen Schritt. Einem Medienbericht zufolge bittet der Konzern Trump um grünes Licht für Einkäufe bei einer chinesischen Blacklist-Firma.

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Apple-Chef Tim Cook

Apple-Chef Tim Cook

© Brittany Hosea-Small/AFP

Apple versucht nach Informationen der Financial Times, die Regierung um US-Präsident Donald Trump davon zu überzeugen, den Einkauf von Speicherchips beim chinesischen Hersteller ChangXin Memory Technologies (CXMT) zu unterstützen. Das Unternehmen steht auf der sogenannten Chinese Military Company List des US-Verteidigungsministeriums. Auf dieser Liste führt das Pentagon Firmen, denen es mutmaßliche Verbindungen zur chinesischen Volksbefreiungsarmee zuschreibt.

Wie die Zeitung unter Berufung auf sechs mit den Gesprächen vertraute Personen berichtet, lobbyiert Apple seit Wochen bei verschiedenen Stellen der US-Regierung. Ziel sei es, Rechtssicherheit für mögliche Einkäufe bei CXMT zu erhalten und die stark gestiegenen Kosten für Speicherchips zu senken.

Preiserhöhungen setzen Apple unter Druck

Der Vorstoß kommt nur kurz nachdem Apple die Preise für mehrere MacBook- und iPad-Modelle erhöht hat. Das Unternehmen begründete den Schritt mit aus seiner Sicht nicht mehr tragbaren Kosten für Speicherchips. Allein am Donnerstag verlor Apple nach der Ankündigung an der Börse zeitweise rund 263 Milliarden US-Dollar an Börsenwert.

Nach Angaben der Financial Times könnte CXMT für Apple ein wichtiger zusätzlicher Lieferant werden. Bislang bezieht der Konzern seine DRAM-Speicher vor allem vom US-Hersteller Micron sowie den südkoreanischen Unternehmen Samsung und SK Hynix.

Rechtlich erlaubt – politisch heikel

Ein Einkauf bei CXMT ist derzeit rechtlich nicht verboten. Allerdings führt das Pentagon den Hersteller ebenso wie den chinesischen Speicherchipproduzenten YMTC auf seiner Blacklist chinesischer Militärunternehmen. Die Einstufung hat meist keine unmittelbaren rechtlichen Folgen, gilt jedoch als erheblicher Reputationsnachteil und könnte Vorstufe weiterer US-Sanktionen sein. Nach Informationen der Financial Times wollte das US-Handelsministerium CXMT bereits im vergangenen Jahr zusätzlich auf die sogenannte Entity List setzen. Das Weiße Haus habe dies jedoch wegen laufender Handelsgespräche mit China zunächst zurückgestellt.

Ob Apple von der Trump-Regierung tatsächlich Zusicherungen erhält, gilt laut mehreren mit den Gesprächen vertrauten Personen als offen. Die Regierung könnte CXMT zu einem späteren Zeitpunkt dennoch mit weiteren Exportbeschränkungen belegen.

Scharfe Kritik aus dem US-Kongress

Der Plan stößt in Washington bereits auf Widerstand. Der republikanische Vorsitzende des Sonderausschusses des Repräsentantenhauses für China, John Moolenaar, bezeichnete eine Zusammenarbeit Apples mit CXMT gegenüber der Financial Times als „schweren Fehler“. „Der Kommunistischen Partei Chinas dabei zu helfen, kritische Lieferketten zu dominieren, würde Amerikas Technologiebranche und Wirtschaft in einer Zeit noch abhängiger von China machen, in der wir sichere Lieferketten gemeinsam mit unseren Verbündeten aufbauen müssen“, sagte Moolenaar.

Auch der China-Experte Michael Sobolik vom Hudson Institute warnte davor, neue Abhängigkeiten bei einer Schlüsseltechnologie entstehen zu lassen. Es sei widersprüchlich, einerseits die Abhängigkeit von China bei kritischen Rohstoffen verringern zu wollen und andererseits den Einkauf von Speicherchips bei einem chinesischen Staatsunternehmen zu erleichtern.

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KI-Boom treibt Speicherchippreise in die Höhe

Hinter Apples Vorstoß steckt nach Einschätzung der Financial Times vor allem der weltweite Boom rund um Künstliche Intelligenz. Während Speicherchips im Jahr 2023 wegen eines Überangebots ungewöhnlich günstig waren, hat die stark gestiegene Nachfrage nach KI-Rechenzentren die Lage grundlegend verändert.

Vor allem moderne Hochleistungsspeicher für KI-Systeme sind knapp. Dadurch haben sich inzwischen auch klassische DRAM-Speicher für Smartphones, Tablets und Computer deutlich verteuert. Apple sucht deshalb nach zusätzlichen Lieferanten, um den Preisdruck zu verringern.

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