Auch in der SPD wird der Vorschlag von CSU-Generalsekretär Söder zum Elterngeld kritisiert

CSU-Politikerin verteidigt Vätermonate

Timot Szent-Ivanyi
3 Min

BERLIN. Der Vorstoß von CSU-Generalsekretär Markus Söder zur Verhinderung der so genannten Vätermonate beim Elterngeld sind in der eigenen Partei und der SPD auf Kritik gestoßen. "Es gilt das, was wir bei den Koalitionsverhandlungen vereinbart haben", sagte die CSU-Bundestagsabgeordnete Maria Eichhorn der Berliner Zeitung. "Familienministerin Ursula von der Leyen hat meine volle Unterstützung", betonte die CSU-Politikerin.Mehr EntscheidungsfreiheitUnion und SPD hatten bei ihren Koalitionsverhandlungen im vergangenen Herbst beschlossen, dass das Elterngeld nur dann für den vollen Zeitraum von zwölf Monaten gezahlt werden soll, wenn auch der Vater (oder die Mutter, wenn sie die kürzere Auszeit nimmt) mindestens zwei Monate aus dem Beruf aussteigt. Söder hatte diese Regelung kritisiert und gesagt, es könne nicht sein, dass der Staat vorschreibe, wer die Kinder erziehe. Das sollten die Eltern selbst entscheiden. Er schlug dagegen einen Bonus für betreuungswillige Väter vor, der im 13. Monat gezahlt werden könnte.Eichhorn sagte, Söder habe Unrecht wenn er sage, die Vätermonate schränkten die Wahlfreiheit der Familien ein. "Es ist genau umgekehrt: Die Vätermonate erhöhen die Entscheidungsfreiheit", betonte sie. Eichhorn argumentierte, viele Väter könnten es sich zwar vorstellen, wegen der Kindererziehung zeitweise aus dem Job auszusteigen. Sie würden es derzeit aber nicht tun, weil sie zum Beispiel Schwierigkeiten mit dem Arbeitgeber befürchteten. "Wenn nun aber der Gesetzgeber sehr deutlich macht, für wie wichtig er einen Erziehungsbeitrag des Vaters hält, dann hat das eine ganz neue Qualität", sagte Eichhorn. Sie erwarte daher, dass es künftig für Väter leichter werde, eine Auszeit durchzusetzen.Auch die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Nicolette Kressl, kritisierte die andauernde Diskussion in der Union über die Auszeit für Väter. "Die Debatte über die Vätermonate ist doch völlig verquer. Schließlich geht es um etwas, was bei Frauen schon seit Jahrzehnten funktioniert und funktionieren muss", sagte sie dieser Zeitung. "Für die SPD sind die Vätermonate wichtig für ein neues Rollverständnis der Partner in der Familie", betonte sie. Kressl wies zudem darauf hin, dass das Elterngeld nicht komplett wegfällt, sollte der Partner die Vätermonate nicht nutzen. In diesem Fall werde der geplante Sockelbetrag gewährt, betonte die SPD-Politikerin.Das Elterngeld soll nach den Plänen von Ministerin von der Leyen 67 Prozent des letzten Nettoeinkommens betragen, maximal 1 800 Euro. Offen ist die Höhe des Sockelbetrags, den auch Nicht-Berufstätige sowie Sozialhilfe- und Arbeitslosengeld-II-Empfänger bekommen sollen. Zunächst war geplant, den Sockel relativ hoch anzusetzen, ihn dann aber mit Sozialleistungen zu verrechnen. Da sich das als zu kompliziert herausgestellt hat, gilt nun als wahrscheinliche Variante ein reduzierter Sockelbetrag in Höhe von 300 Euro, der dann allerdings nicht mehr verrechnet werden muss.------------------------------"Die Debatte über die Vätermonate ist doch völlig verquer." Nicolette Kressl

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