Der Wahlkampfmanager von Grünen-Kanzlerkandidat Robert Habeck, Andreas Audretsch, hat nach Überzeugung von Außenministerin Annalena Baerbock nichts mit der möglichen Intrige gegen den Bundestagsabgeordneten Stefan Gelbhaar zu tun. Als Außenministerin könne sie zu dem Fall nichts sagen, darum kümmerten sich die Parteizentrale und die Ombudsstelle der Partei, betonte die Grünen-Politikerin in der ZDF-Sendung „Berlin direkt“.
Auf die Frage, ob Gelbhaar noch einen Listenplatz für die Bundestagswahl bekommen könnte, falls sich die Vorwürfe endgültig als unwahr herausstellen sollten, antwortete Baerbock, dies sei Sache der Gremien. „Der Wahlkampfmanager hat damit auch nichts zu tun“, fügte sie hinzu. Es sei Wahlkampf, da sei es klar, dass auch die politische Konkurrenz versuche, dies auszunutzen.
Die Reaktion auf Baerbocks Auftritt fällt in Sozialen Medien eher negativ aus. Viele kritisieren die Außenministerin dafür, dass sie Fragen nicht beantworten konnte – oder wollte.
„Baerbock tut einfach so, als wäre sie kein Mitglied der Grünen und als würde sie den Herrn #Gelbhaar gar nicht kennen. Null Anstand, null Verantwortungsbewusstsein – und genau diese Frau vertritt uns auf der Weltbühne. Einfach nur peinlich“, schreibt eine Userin, die sich auf X Anna Nina nennt. „Der hypermoralischen Anspruch, mit dem die #Grünen sonst das ganze Land umerziehen wollen, endet bei unbequemen Fragen. Diese Arroganz ist unerträglich! Wo bleibt die Aufklärung?“, schreibt Christina Stumpp, stellvertretende Generalsekretärin der CDU, auf X. Zur Frage, ob Gelbhaar jetzt seinen Listenplatz von Andreas Audretsch zurückbekommt, kommentiert ein weiterer User: „Schon Ende letzter Woche hätten die Grünen diese zentrale Frage klären können. Habeck sagt gar nichts dazu. Spiel auf Zeit.“
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Gegen Gelbhaar wurden im Dezember Belästigungsvorwürfe erhoben, die offenbar zumindest teilweise frei erfunden sind. Er wollte ursprünglich ebenso wie Audretsch – Grünen-Fraktionsvize und Wahlkampfmanager Habecks – für Platz zwei der Berliner Landesliste für die Bundestagswahl kandidieren. Gelbhaar zog seine Kandidatur vor dem Hintergrund der Vorwürfe kurz vor dem Landesparteitag zurück, Audretsch wurde gewählt.
Der Listenplatz zwei gilt als so gut wie sicher, um in den Bundestag einziehen zu können. Die Union hatte Habeck und Audretsch aufgefordert, die Sache aufzuklären.
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