Umleitungen, längere Fahrzeiten, Ausfälle. Die Sperrung der kürzesten Bahnverbindung zwischen Berlin und Hannover nervt viele Reisende. Nun wurde bekannt, dass auf weiteren Schienenstrecken von und nach Berlin Baustellen den Betrieb beeinträchtigen werden. Damit nicht genug: Ein wichtiger Berliner Bahnhof wird zwei Monate gesperrt.
„Baustellen haben dem Fernverkehr bereits im vergangenen Jahr einen Rekord-Umsatzverlust beschert“, sagte Robert Ohler von der Deutschen Bahn (DB) während der Schienenverkehrswochen des Fahrgastverbands IGEB. Die für dieses Jahr erwarteten Einbußen werden die Zahlen allerdings toppen, erwartet er. Und so gehe es weiter.
Die Hochgeschwindigkeitstrasse in Richtung Hannover bleibt bis 11. Dezember 2027 außer Betrieb. Doch das wird im neuen Fahrplanjahr, das am 13. Dezember 2026 beginnt, nicht die einzige Sperrung einer Berliner Hauptstrecke bleiben, bestätigte Ohler. Er leitet die Angebotskommunikation der DB Fernverkehr AG.
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Bei den Bauprojekten sticht eines heraus: Zwischen dem 5. Februar und 14. Mai 2027 können auf der direkten Verbindung zwischen Erfurt in Thüringen und Fulda in Hessen keine Züge fahren. Die Sperrung dieser Hauptstrecke wird zahlreiche ICE-Fahrgäste betreffen, die von Berlin zum Beispiel Frankfurt, Mannheim und die Schweiz ansteuern.
„Die Zahl der Direktfahrten zwischen Berlin und Frankfurt am Main wird ungefähr halbiert“, erklärte Ohler. Während der Sperrung werde es innerhalb von zwei Stunden zwei Fahrten pro Richtung geben. Allerdings sind die ICE der Linien 11 und 12 auf der Umleitungsstrecke via Schweinfurt und Werntal im Vergleich zu heute 15 bis 45 Minuten länger unterwegs. Sie brauchen bis zu vier Stunden und 40 Minuten.
Angekommen im Hauptbahnhof von Frankfurt am Main: 2027 wird die Verbindung nach Berlin gleich zwei Mal unterbrochen. ICE werden umgeleitet und sind länger unterwegs.
© Christopher Tamcke/Imago
Die Berlin-Frankfurt-Sprinter entfallen während dieser Zeit, sagte Ohler. Das gilt auch für die ICE-Direktverbindung zwischen Berlin und Paris, die nach einer mehrmonatigen Unterbrechung am dritten Advent wiederkehrt. Die Verbindung mit dem privaten Nachtzug European Sleeper soll bleiben. Fernzüge der Linien 50 und 52 zwischen Leipzig und Frankfurt werden ebenfalls umgeleitet, mit Abstecher nach Kassel.
Die mehr als dreimonatige Sperrung zwischen Erfurt und Fulda wird im neuen Fahrplanjahr nicht die einzige Unterbrechung dieser wichtigen Berlin-Verbindung bleiben. Vom 13. August bis 11. Dezember 2027 wird zwischen Fulda und Hanau gebaut, sagte Robert Ohler. Dann wird das ICE-Angebot zwischen Berlin und Frankfurt erneut auf eine Fahrt pro Stunde und Richtung ausgedünnt. Fahrzeit: vier Stunden, 40 Minuten.
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Bahnstrecken an die Ostsee werden unterbrochen
Während seines Vortrags vor Bahninteressierten in Berlin wies der DB-Planer auf weitere Sperrungen hin. Auch Schienenstrecken Richtung Ostsee werden unterbrochen. So fällt die Verbindung zwischen Berlin und Neustrelitz vom 6. Februar bis 14. Mai 2027 aus. Rügen ist vom 3. April bis 14. Mai 2027 nicht per Bahn erreichbar. In der Strecke nach Stralsund klafft vom 11. September bis 15. Oktober 2027 eine Lücke.
Im kommenden Herbst werden dann auch Zugreisen zwischen Berlin und Hamburg länger dauern. Wie berichtet bekommt der Knoten Spandau neue Leit- und Sicherungstechnik. Das bedeutet, dass der Bahnhof Spandau und anschließende Abschnitte, zum Beispiel nach Falkensee, von Fern- sowie Regionalzügen nicht genutzt werden können. Die Sperrung dauert vom 16. Oktober bis 11. Dezember 2027.
„Sämtliche Fernverkehrszüge zwischen Berlin und Hamburg werden in dieser Zeit umgeleitet“, kündigte Robert Ohler an. Ein Teil fährt über den nördlichen Außenring, andere Züge werden über den westlichen Außenring und Potsdam geleitet. „Die Fahrtzeit verlängert sich um rund 30 Minuten pro Weg“, so der Planer. Wie berichtet werden auch Pendler von und nach Nauen und Wittenberge länger unterwegs sein.
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Wieder ICE-Halbstundentakt von Berlin nach Hamburg
Im internationalen Verkehr fallen während der Sperrung des Knotens Spandau Fahrten weg. So wird es zum Beispiel so lange keine Direktverbindungen zwischen Berlin und Kopenhagen geben. Die Zahl der Direktzüge Hamburg – Prag sinkt von bis zu sieben auf vier pro Tag.
Das neue Fahrplanjahr, das am 13. Dezember beginnt, wird Bahnnutzern aber auch Verbesserungen bescheren. Robert Ohler wies auf einige Beispiele hin. So wird es zwischen Berlin und Hamburg nach mehr als einem Jahr Pause wieder einen ICE-Halbstundentakt geben.
Badegäste am Ostseestrand von Warnemünde. Nach dem Fahrplanwechsel ist der Badeort wieder direkt von Dresden und Berlin aus mit dem Intercity erreichbar - fünf Mal pro Tag.
© Frank Hormann/Nordlicht/imago
Warnemünde ist wieder direkt von Dresden und Berlin mit dem Intercity erreichbar. Weil durch die Einstellung der nur zu 15 Prozent ausgelasteten Intercity-Linie 34 zwischen Münster, Siegen und Frankfurt am Main Doppelstockzüge frei werden, kann die Bahn bisher in Rostock endende IC-Züge in den Badeort verlängern – fünf Mal am Tag. Außerdem kehrt der tägliche ICE Stuttgart – Berlin – Rostock (-Warnemünde) zurück. Die Verbindung war bisher gut genutzt.
Der Eurocity-Verkehr zwischen Berlin und Warschau wird weiter verbessert. Das abendliche Zugpaar verkehrt ab Mitte Dezember auch sonnabends und damit an allen Wochentagen, kündigte Ohler an. Züge am Tagesrand halten neu auch am Zoo sowie in Charlottenburg.
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Häufiger nach Wien - und direkt nach Jena
Nach zehn Monaten Baupause nimmt die Bahn die ICE-Verbindung zwischen Berlin, Nürnberg, Passau, Linz und Wien wieder in Betrieb. Auf der stark genutzten Route wird es ab dem dritten Advent wieder zwei Fahrten pro Tag und Richtung geben. Damit nicht genug: Der Railjet, der am Mittag in Wien startet und über Prag und Bad Schandau nach Dresden verkehrt, fährt ab Fahrplanwechsel weiter nach Berlin
Jena mit dem JenTower und der Friedrich-Schiller-Universität, Die Stadt in Thüringen bekommt Mitte Dezember ihre ICE-Direktverbindung nach Berlin zurück - zur Probe.
© Andreas Vitting/Imago
Das ICE-Zugpaar Jena – Berlin, das seit Mai 2026 pausierte, kehrt ebenfalls auf die Gleise zurück. Von Jena Paradies geht es um 7.13 Uhr über Naumburg, Weißenfels und Leipzig nach Berlin (9.47 Uhr). Die Rückfahrt soll um 18.12 Uhr beginnen, mit Ankunft in Jena um 20.42 Uhr.
Damit das Angebot bleibt, müsse es allerdings von mehr Menschen genutzt werden als bisher, mahnte Ohler. Für die Zugverbindung müsse ein Fahrzeug gebunden werden, das anderswo fehlt. „Wir brauchen mehr Fahrgäste. Sonst wird es schwierig“, sagte der Bahnplaner.
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