Es war ein Ereignis, das die Warener nicht jeden Tag erleben und viele Schaulustige anlockte. Allerdings mussten auch an die 290 Anwohner für die anstehende Sprengung ihre Wohnungen, Häuser und Kleingärten am Tiefwarensee vorübergehend verlassen. Ungefähr 200 Meter betrag der Radius der Sperrzone rund um den Schweriner Damm. Polizei und Ordnungsamt kontrollierten das Gebiet, zusätzlich suchten Drohnen den Bereich ab. Bereits um 11.15 Uhr - eine Viertelstunde nach der Zündung - gab die Einsatzleitung den Sicherheitsbereich wieder frei.
An der Absicherung und Durchführung waren nach Angaben des Polizeipräsidiums Neubrandenburg rund 220 Personen beteiligt. Allein die Landespolizei stellte 150 Kräfte, unterstützt wurde sie zusätzlich von Bereitschafts-, Wasser- und Bundespolizei sowie 17 Mitarbeitern der Stadtverwaltung Waren.
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Gravierende Schäden machten Abriss nötig
Die Südbrücke stammte aus den 1970er-Jahren und hatte ihre besten Zeiten bereits weit hinter sich gelassen. Zuletzt waren bei Untersuchungen Schäden am Spannstahl festgestellt worden, die eine Instandsetzung schließlich ausschlossen. Die B 192 überquert die Bahnstrecke Rostock–Berlin an dieser Stelle mit zwei nebeneinanderliegenden Brückenbauwerken. Die parallel verlaufende Nordbrücke wurde schon im Januar 2025 abgerissen. Beide Bauwerke sollen nun durch einen einzelnen Ersatzneubau ersetzt werden.
Bei der Sprengung am Sonntag wurden die beiden Pfeiler der Südbrücke per Auswurfsprengung beseitigt, sodass der Überbau kontrolliert auf das Kiesbett sank. Unmittelbar danach untersuchten Fachleute die benachbarte neue Nordbrücke auf mögliche Schäden durch die Erschütterung. Die B 192 blieb zunächst gesperrt.
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Bahnstrecke noch bis Mitte Dezember dicht
Die Sprengung ist Teil einer umfassenden Bahnsperrung. Seit dem 16. Oktober geht auf der Strecke zwischen Rostock und Berlin nichts mehr. Reisende müssen seitdem auf Schienenersatzverkehr ausweichen und sich noch bis zum 18. Dezember gedulden. Erst dann soll die Verbindung wieder freigegeben werden. Die Sperrpause nutzt die Deutsche Bahn auch für weitere Arbeiten an der Infrastruktur.
Das Gesamtprojekt lässt sich das Land Mecklenburg-Vorpommern nach eigenen Angaben rund 29 Millionen Euro kosten, die Arbeiten laufen seit August 2024. Bis zum Sommer 2028 soll der Ersatzneubau hochgezogen sein und die B 192 wieder ohne Einschränkungen für den Schwerlastverkehr zur Verfügung stehen. Die Strecke zählt zu den meistbefahrenen im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte - täglich nutzen sie mehr als 20.000 Fahrzeuge.
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