Energie

Gasspeicher nur zu 61,17 Prozent gefüllt: Deutschland verfehlt wohl Vorgabe

Die deutschen Gasspeicher waren Ende Oktober deutlich weniger gefüllt als vorgesehen. Was sagen Bundesnetzagentur und Bundeswirtschaftsministerium?

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Technische Anlagen zur Ein- und Ausspeicherung von Erdgas stehen auf dem Gelände des Erdgasspeichers Rehden der SEFE Storage GmbH.

Technische Anlagen zur Ein- und Ausspeicherung von Erdgas stehen auf dem Gelände des Erdgasspeichers Rehden der SEFE Storage GmbH.

© Hauke-Christian Dittrich/dpa

Die deutschen Gasspeicher sind deutlich weniger gefüllt als für diese Zeit vorgesehen. Ende Oktober lag der Füllstand bei rund 61,17 Prozent. Damit blieb Deutschland unter dem angestrebten bundesweiten Durchschnitt von rund 70 Prozent zum 1. November. Das geht aus Daten von Gas Infrastructure Europe hervor, wie Bloomberg berichtet. Der EU-Durchschnitt liege bei rund 75 Prozent.

Laut Website der Bundesnetzagentur ist zum 1. November für die deutschen Speicher im Regelfall ein Füllstand von 80 Prozent vorgesehen. Für sechs Speicher liegt die Vorgabe bei 45 Prozent. Dadurch ergibt sich laut dpa eine durchschnittliche Füllstandsvorgabe von 70 Prozent. Bloomberg verweist darauf, dass Daten zum Füllstand des 1. Novembers erst nach dem Wochenende erwartet werden.

Eine Sprecherin der Bundesnetzagentur erklärte dpa zufolge, die Gasversorgung in Deutschland sei stabil. „Die Versorgungssicherheit ist gewährleistet“, sagte sie demnach. Die Bundesnetzagentur schätze das Risiko einer angespannten Gasversorgung nach aktuellem Kenntnisstand weiterhin als gering ein.

Iran-Krieg trifft Energiehandel

Ein wesentlicher Grund für die niedrigen Füllstände sind die hohen Gaspreise. Der Iran-Krieg und die damit verbundenen Störungen des internationalen Energiehandels haben die Beschaffung verteuert. Dadurch war es für Händler im Sommer weniger attraktiv, Gas einzukaufen und für den Winter einzulagern, wie Reuters berichtet.

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Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hatte das bundeseigene Energieunternehmen SEFE laut dpa Ende September angewiesen, vermehrt Erdgas einzuspeichern. Eine Sprecherin sagte laut dpa: „Nach aktueller Einschätzung ist davon auszugehen, dass Deutschland gut durch den Winter kommt.“ Neben Speicherfüllständen seien auch die tatsächliche Ausspeicherung, laufende Gasimporte und weitere Vorsorgemaßnahmen von Bedeutung.

Deutschland beziehe Gas unter anderem über Pipelines aus Norwegen, LNG-Terminals und Lieferungen aus europäischen Nachbarländern, so die Sprecherin. Deutschland könne mit den LNG-Importkapazitäten auch während der Heizperiode jederzeit zusätzliche Gasmengen aus dem Weltmarkt beziehen.

Verband fordert verbindlichere Regeln

Der Geschäftsführer des Branchenverbands Initiative Energien Speichern (INES) sprach laut dpa von einem „Warnsignal“. Er erklärte Reuters zufolge, das Verfehlen der Ziele zeige, dass die Speicherstände für kommende Winter verlässlicher abgesichert werden müssten.

Das Bundeswirtschaftsministerium verwies zudem auf zusätzliche Vorsorgemaßnahmen. Dazu gehören Ausschreibungen, die verhindern sollen, dass eingespeicherte Gasmengen zu früh entnommen werden. Diese Maßnahmen greifen teilweise erst nach dem 1. November und sollen insbesondere die Versorgung im Spätwinter absichern, erklärte die Ministeriumssprecherin laut dpa.

Kälteres Wetter erwartet

Heinermann warnte vor möglichen Risiken durch niedrige Speicherfüllstände. Mit sinkendem Füllstand nehme auch die tägliche Ausspeicherleistung der Anlagen ab. Bei anhaltender Kälte könnten die Speicher dann weniger zusätzliches Gas bereitstellen, sagte er laut dpa. „Das kann insbesondere im Februar und März zum Problem werden, wenn nach einem längeren kalten Winter erneut hohe Verbrauchsspitzen auftreten.“

In den kommenden Tagen wird kälteres Wetter erwartet. Laut Wetterprognosen könnten die Temperaturen in Berlin, Frankfurt und München zeitweise zwei bis vier Grad unter dem saisonüblichen Durchschnitt liegen, berichtet Bloomberg. Im Süden und Osten Deutschlands sind demnach auch Temperaturen unter null Grad möglich. Dies könnte die Nachfrage nach Gas zum Heizen steigen lassen.

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