Nach dem verhinderten Flugzeugunglück einer Flydubai-Maschine hat sich nun auch US-Präsident Donald Trump eingeschaltet. Trump drohte dem Iran laut der Nachrichtenagentur AP mit schweren Angriffen, sollte das Land hinter dem mutmaßlichen Versuch stecken, das Passagierflugzeug auf dem Weg nach Israel zum Absturz zu bringen.
Die Hintergründe des Vorfalls sind derzeit noch ungeklärt. Die Staatsanwaltschaft der Vereinigten Arabischen Emirate untersucht nach einer von der staatlichen Nachrichtenagentur WAM veröffentlichten Erklärung, ob der Vorfall terroristische Motive hatte oder von anderen Beteiligten geplant und gesteuert wurde.
Auf die Frage nach möglichen Verbindungen des Copiloten zu Teheran sagte Trump am Donnerstag vor dem Weißen Haus: „Nach dem, was ich höre, würde ich sagen: ja. Aber wir arbeiten gerade daran.“ Belege nannte er nicht. Sollte Iran verantwortlich sein, werde das Land „sehr hart getroffen“, kündigte der Präsident an.
Passagiere überwältigen Copiloten
Der Vorfall ereignete sich am Mittwoch auf dem Flydubai-Flug FZ1073 von Dubai nach Tel Aviv. Nach Angaben von AP waren 182 Menschen an Bord, überwiegend Israelis. Der Copilot soll den Kapitän mit einer Stichwaffe verletzt und versucht haben, die Maschine zum Absturz zu bringen. Der verwundete Kapitän öffnete die Cockpittür, sodass Passagiere eingreifen und den Angreifer überwältigen konnten.
Die Fluggesellschaft Flydubai bestätigte eine Auseinandersetzung im Cockpit. Mitreisende Besatzungsmitglieder hätten das Flugzeug schließlich gesichert und im saudi-arabischen Tabuk gelandet. Die Airline setzte die Verbindung zwischen Dubai und Tel Aviv vorübergehend aus.
Der mutmaßliche Angreifer ist nach israelischen Angaben ein Staatsbürger Omans. Saudi-Arabien teilte mit, dass er und der verletzte Kapitän nach medizinischer Behandlung in die Emirate gebracht worden seien. Dort laufen die Ermittlungen. Die Behörden sind zuständig, weil das Flugzeug in den Emiraten registriert ist.
Angehörige empfangen am 30. September am Flughafen Ben Gurion Passagiere des Flydubai-Flugs, der nach einem Angriff im Cockpit in Saudi-Arabien notlanden musste.
© Nir Keidar/Anadolu/imago
Keine iranische Beteiligung festgestellt
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu behauptete im Gespräch mit Fox News, der Copilot sei islamistisch indoktriniert worden. Einzelheiten nannte er nicht. Zu einer möglichen iranischen Beteiligung sagte er, es sei für eine Einschätzung zu früh.
Zwei israelische Sicherheitsvertreter erklärten Reuters, bislang sei keine Verbindung zum Iran festgestellt worden. Ihrer vorläufigen Einschätzung zufolge handelte der Copilot wahrscheinlich allein. Die Staatsanwaltschaft der Emirate warnte vor Spekulationen, solange die Ermittlungen nicht abgeschlossen seien.
Drohung während laufender Verhandlungen
Trumps Warnung fällt in eine Phase stockender Bemühungen, den seit sieben Monaten andauernden Krieg mit dem Iran zu beenden. Nach Angaben von AP arbeiten Vermittler weiter an einer Vereinbarung, die auch die Straße von Hormus öffnen soll. Zugleich verlegen die USA derzeit offenbar Tausende Soldaten auf Kriegsschiffen in die Region.
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