Die US-Regierung soll den früheren ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán als Kandidaten für das Amt des UN-Generalsekretärs ins Gespräch gebracht haben. Wie das Wall Street Journal am Sonntag unter Berufung auf Quellen aus drei Ländern berichtete, hätten die USA Orbán dazu ermutigt, für das Amt zu kandidieren. Eine endgültige Entscheidung stehe allerdings noch aus.
Ziel sei es offenbar, Orbán als gemeinsamen Kandidaten der USA, Russlands und Chinas aufzustellen, heißt es in dem Bericht. Ein Vertreter des US-Außenministeriums sagte der Zeitung, acht der 15 Mitglieder des UN-Sicherheitsrats würden Orbán voraussichtlich unterstützen; zehn Stimmen seien erreichbar. Eine Kandidatur und eine entsprechende Unterstützung durch die drei Staaten sind bislang nicht offiziell bestätigt.
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Orbán soll aufgeschlossen sein – unter einer Bedingung
Bei Diskussionen um Kandidaten für das Amt des UN-Generalsekretärs sei wiederholt der Name von Orbán gefallen, berichtet das Wall Street Journal. „Jemand wie Orbán“, hätten US-Vertreter dem Bericht zufolge gesagt; chinesische und russische Vertreter hätten demnach zugestimmt. Orbán sei „der ideale MAGA-konservative Kandidat“, sagte eine Quelle dem Bericht zufolge. Die Zeitung verwies dabei unter anderem auf sein Vorgehen gegen Migration und liberale Nichtregierungsorganisationen sowie Konflikte mit der EU.
Dem Bericht zufolge hatten US-Vertreter Orbáns Interesse an dem Amt zunächst ausgelotet. Er habe sich demnach grundsätzlich aufgeschlossen gezeigt, wolle aber nur antreten, sofern er sich Chancen auf einen Sieg ausrechne. Orbán selbst wollte sich laut Wall Street Journal offiziell nicht dazu äußern. Für den Fall einer Kandidatur werde den Quellen zufolge eine öffentliche Unterstützung durch US-Präsident Donald Trump und US-Vizepräsident JD Vance erwartet. Eine mögliche Ankündigung sei erst nach den US-Zwischenwahlen vorgesehen.
Auswahl des UN-Generalsekretärs
Orbáns Fidesz-Partei hatte bei der ungarischen Parlamentswahl im April 2026 gegen die Tisza-Partei unter Péter Magyar verloren. Trump hatte sich vor der Wahl für Orbán ausgesprochen. Zudem galt er als einer der Politiker mit den engsten Beziehungen zu Russland und dessen Präsidenten Wladimir Putin innerhalb der EU.
Die Entscheidung über den neuen UN-Generalsekretär liegt zunächst beim UN-Sicherheitsrat. Ein Kandidat benötigt Reuters zufolge mindestens neun Stimmen der 15 Mitglieder. Zudem darf keines der fünf ständigen Mitglieder – die USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich – eine ablehnende Bewertung abgeben. Der Sicherheitsrat spricht dann eine Empfehlung aus, die der UN-Generalversammlung vorgelegt wird. Die Amtszeit des derzeitigen UN-Generalsekretärs António Guterres endet am 31. Dezember.
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