Bus statt U-Bahn: Das kommt auch 2027 auf Fahrgäste der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) zu. Das Landesunternehmen hat die Bauprojekte, die es für das kommende Jahr bei der U-Bahn plant, zusammengestellt. Die offizielle Liste liegt der Berliner Zeitung vor.
Die Berliner U-Bahn ist gemessen an der Zahl der Fahrgäste das wichtigste Nahverkehrsmittel in der Stadt – noch vor der S-Bahn.
Klar wird: Wichtige Streckenabschnitte fallen 2027 zum Teil mehrere Monate aus. Außerdem stellt das Landesunternehmen wieder auf vielen Teilstücken unter der Woche spätabends früher als sonst den U-Bahnbetrieb ein. Ein Überblick über die größten Maßnahmen.
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Gleisdreieck – Nollendorfplatz (U2): Vom 19. April bis zum frühen Morgen des 5. Juli 2027 ist kein U-Bahnverkehr möglich. Der Grund: Gleiserneuerung. Fahrgäste können den gesperrten Abschnitt mit der U12, die Ruhleben temporär mit der Warschauer Straße verbinden wird, umfahren. Ein Schienenersatzverkehr ist nicht geplant.
Gleisdreieck − Nollendorfplatz (U1/U3): Auf der stark befahrenen Strecke lässt die BVG ebenfalls die Gleise erneuern. Vom 25. Oktober bis zum frühen Morgen des 13. Dezember 2027 können deshalb auf diesem Abschnitt keine U-Bahnen fahren. Schienenersatzverkehr wird es auch hier nicht geben. Fahrgäste nutzen die U2. In den folgenden Jahren droht eine weitere, dann jahrelange Sperrung. Am Gleisdreieck müssen zwei Hochbahnbrücken, deren Zustand schlecht ist, neu gebaut werden.
U-Bahn im Bahnhof Frankfurter Allee. Auch auf der Linie U5 wird 2027 wieder gebaut.
© Sabine Brose/imago
Warschauer Straße – Hallesches Tor (U1/U3): Auch auf dem Hochbahnviadukt in Kreuzberg und Friedrichshain steht die Erneuerung der Gleise an. Das erfordert eine Sperrung vom 23. August bis zum frühen Morgen des 20. September 2027. Zwischen Warschauer Straße und Görlitzer Bahnhof verkehrt ein Pendelzug als U3. Zwischen Görlitzer Bahnhof und Hallesches Tor müssen Fahrgäste die Busse des Schienenersatzverkehrs nutzen. Ab Hallesches Tor übernimmt die U3.
Walther-Schreiber-Platz −Rathaus Steglitz (U9): Vom 5. Juli bis zum frühen Morgen des 30. August 2027 ist die Strecke gesperrt. Unter der Schlossstraße in Steglitz lässt die BVG Weichen erneuern. Ein Schienenersatzverkehr ist nicht geplant. Fahrgäste können die Busse nutzen, die dort schon jetzt verkehren, zum Beispiel die Linie M48.-
Kurt-Schumacher-Platz −Alt-Tegel (U6): Das Nordende der U-Bahnlinie U6 ist bereits seit dem 7. November 2022 gesperrt. Nun hat sich die BVG auf einen Endtermin festgelegt: Am 16. August 2027 soll der Betrieb wieder beginnen. Nach dem Ende der Sommerferien im kommenden Jahr sollen die U-Bahnen wieder nach Al-Tegel fahren.
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Pankow – Eberswalder Straße (U2): Damit die Schönhauser-Allee-Brücke in Prenzlauer Berg abgebrochen und neu errichtet werden kann, bekommt das Hochbahnviadukt eine Abfangkonstruktion. Die erste Sperrung zwischen Pankow und Eberswalder Straße ist für den Zeitraum vom 30. März bis zum frühen Morgen des 12. April 2027 vorgesehen. Die zweite Sperrphase dauert vom 27. September bis 4. Oktober 2027. Die dritte Sperrung ist für November 2027 terminiert, entweder für den 15. bis 22. oder den 22. bis 29. November. Auch die Straßenbahnlinie M1 wird unterbrochen. Zwischen Eberswalder Straße und Alexanderplatz fährt die U2 jeweils im Acht-Minuten-Takt.
Wuhletal – Tierpark (U5): Vom 7. Juni bis zum frühen Morgen des 1. Juli 2027 können auf diesem Abschnitt der wichtigen Ost-West-Strecke keine U-Bahnen verkehren. Die Strecke wird für die Teilautomatisierung mit der Technik CBTC vorbereitet. Die BVG kümmert sich während dieser Bauphase auch um den Lärmschutz für die Anwohner. Busse überbrücken die Lücke innerhalb der Linie U5.
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Hönow – Elsterwerdaer Platz (U5): Zwischen dem 1. Juli und dem 16. August 2027 werden die U-Bahnen durch Busse ersetzt. Auch dort wird die Teilautomatisierung des Betriebs vorbereitet. Außerdem verdichtet eine Gleisstopfmaschine den Schotter. Busse ersetzen die U-Bahnen. Zwischen Elsterwerdaer Platz und Biesdorf Süd verkehrt ein Pendelzug der U-Bahn. Dort kann man in die U5 zum Hauptbahnhof umsteigen.
Die To-Do-Liste für das größte deutsche U-Bahnsystem sieht außerdem zahlreiche Abendsperrungen vor – intern 22+ Baumaßnahmen genannt. Das bedeutet, dass die Abschnitt sonntags bis donnerstags jeweils ab zirka 22 Uhr bis 3.30 Uhr gesperrt sind. Eine Auswahl:
Spittelmarkt – Alexanderplatz – Eberswalder Straße (U2): „Grundhafte Instandsetzung“ – das ist das Motto für die U-Bahnhöfe Klosterstraße, Rosa-Luxemburg-Platz und Senefelderplatz. Schienenersatzverkehr mit Bussen gibt es spätabends und nachts vom 3. bis 22. Januar, 21. bis 25. März sowie 5. Juli bis 13. August 2027.
Alexanderplatz – Tierpark (U5): Vom 3. bis 22. Januar 2027 wird zwischen Alexanderplatz und Frankfurter Allee spätabends und nachts gebaut. Vom 25. Januar bis 5. März 2027 ist das anschließende Teilstück bis Tierpark an der Reihe. Eine 22+ Baustelle zwischen Frankfurter Allee und Biesdorf Süd ist für den 8. März bis zum 16. April 2027 geplant. Erneut geht es um die Vorbereitung der Teilautomatisierung des Betriebs mit CBTC. Kabel- und Montagearbeiten stehen auf der Liste.
Die Schönhauser-Allee-Brücke überquert in Prenzlauer Berg die Ringbahn. Während sie abgerissen und neu gebaut wird, soll die U2 auf der Hochbahn weiter fahren.
© Markus Waechter/Berliner Zeitung
Zoologischer Garten – Bismarckstraße (U2): Vom 24. Januar bis 12. März 2027 fahren an fünf von sieben Wochentagen spätabends keine U-Bahnen. Der Grund laut BVG: Schadstoffsanierung. Busse ersetzen die U-Bahnen.
Paracelsus-Bad – Gesundbrunnen (U8): Auch auf der U8 wird die nächtliche Betriebspause wegen Bauarbeiten verlängert. Die Gleiserneuerung betrifft den Abschnitt zwischen Paracelsus-Bad und Gesundbrunnen vom 25. Januar bis 5. März 2027. Danach gibt es zwischen Osloer Straße und Gesundbrunnen abendliche Sperrungen: vom 30. Mai bis 30. Juli sowie vom 31. Oktober bis 17. Dezember 2027. Anstelle der U-Bahnen verkehren Busse.
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Richard-Wagner-Platz – Fehrbelliner Platz (U7): Auch ein Abschnitt der längsten U-Bahnlinie Berlins wird zur Nachtbaustelle. Der Anlass: Gleiserneuerung im Bereich des U-Bahnhofs Konstanzer Straße. Vom 4. April bis 4. Juni 2027 wird die nächtliche Betriebspause vorgezogen. Zwischen Richard-Wagner-Platz und Wilmersdorfer Straße verkehrt ein Pendelzug. Dann übernimmt der SEV.
Breitenbachplatz – Krumme Lanke (U3): Die Grundinstandsetzung einer Straßenbrücke erfordert abendliche und nächtliche Sperrungen mit SEV. Vom 1. August bis 10. September 2027 fahren sonntagabends bis donnerstagabends keine U-Bahnen.
Spittelmarkt – Alexanderplatz – Senefelderplatz (U2): Die BVG setzt die Instandsetzung von U-Bahnhöfen fort. Ab Sommer betrifft das einen etwas verkürztes Teilstück der U2. Das bedeutet: nächtliche Sperrungen von Sonntag bis Donnerstag jeweils von 22 bis 3.30 Uhr. Betroffen sind die Zeiträume 15. August bis 24. September, 4. Oktober bis 12. November sowie 22. November bis 10. Dezember 2027.
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Bauarbeiten in U-Bahnhöfen führen zu halbseitigen Sperrungen. Eine Auswahl:
U-Bahnhof Südstern (U7): Die Station in Kreuzberg wird erneuert. Dazu wird sie jeweils halbseitig gesperrt. Vom 5. April bis zum frühen Morgen des 4. Oktober 2027 hält die U-Bahn in Richtung Rudow nicht am Südstern. Danach durchfährt die U7 in Richtung Rathaus Spandau den U-Bahnhof ohne Halt – bis zum 3. April 2028, Betriebsbeginn.
U-Bahnhof Pankstraße (U8): Auch hier müssen sich U-Bahnfahrgäste auf halbseitige Sperrungen einstellen. Vom 4. Januar bis 2. August 2027 hält die U8 in Richtung Hermannstraße nicht. Danach passieren die U-Bahnen in Richtung Wittenau die Station in Wedding ohne Halt. Der Plan für 2027 sieht eine Sperrung bis zum Jahresende vor.
U-Bahnhof Güntzelstraße (U9): Die U-Bahnstation in Wilmersdorf wird vom 11. Januar bis zum Betriebsbeginn des 1. März 2027 von den U-Bahnen in Richtung Rathaus Steglitz ohne Halt durchfahren.
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