Sturmnacht

Bernstein suchen auf Rügen: Diese Tipps erhöhen die Fundchancen nach dem Herbststurm

Nach dem ersten Herbststurm pilgern Urlauber mit Taschenlampen und Eimern an die Strände der Insel Rügen. Wer Bernstein finden will, muss Physik, Windrichtung und die richtige Tageszeit kennen.

3 Min
Einheimische und Touristen suchen am Strand nach Bernstein.

Einheimische und Touristen suchen am Strand nach Bernstein.

© imago stock&people

An den Stränden der Insel Rügen hat die Saison der Bernsteinsucher begonnen. Nach dem ersten Herbststurm durchkämmen Urlauber mit Eimern und Lampen vor allem die Küste rund um das Ostseebad Binz. Der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern zählt den dortigen Strandabschnitt zu den klassischen Fundorten für fossiles Harz an der deutschen Ostseeküste.

Warum ausgerechnet nach einem Sturm die Chancen steigen, lässt sich physikalisch erklären: Bernstein ist versteinertes Baumharz und deutlich leichter als Gestein. Starker Wellengang wühlt das Meer bis zum Grund auf, löst die Stücke und spült sie an die Küste. Hinzu kommt die Dichte des Wassers. Kaltes Salzwasser ist dichter als warmes und treibt leichtes Material eher nach oben. Deshalb sinken die Fundchancen im Sommer, während sie zwischen Oktober und März deutlich steigen.

Entscheidend ist zudem die Windrichtung. Auflandige Winde aus Osten drücken Treibgut in die Buchten der Insel, wovon vor allem die Ostküste Rügens profitiert.

Der Spülsaum ist die wichtigste Zone

Am Strand selbst ist eine bestimmte Linie entscheidend: der sogenannte Spülsaum, also der Streifen, bis zu dem die Wellen zuletzt gelaufen sind. Dort sammeln sich Seetang, Muscheln und Holz – zwischen den dunklen Resten fällt der goldene Schimmer am ehesten auf. Ein verbreiteter Fehler sei es, sich ausschließlich auf die Wasserkante zu konzentrieren, heißt es beim Tourismusverband. Nach einer Sturmflut reiche die Spüllinie weit in den Strand hinein, auch der Dünenfuß könne lohnend sein.

Mindestens so wichtig wie der Ort ist der Zeitpunkt. Nach einer Sturmnacht seien geübte Sammler oft schon vor Sonnenaufgang unterwegs, wer erst mittags komme, finde meist einen abgesuchten Strand vor. Stirn- oder Taschenlampen helfen, da Bernstein im Lichtkegel warm aufleuchtet.

So lässt sich echter Bernstein von Fälschungen unterscheiden

Nicht jedes gelbliche Stück am Strand ist tatsächlich fossiles Harz. Glasscherben, Kunststoff und helle Kiesel führen regelmäßig in die Irre. Echter Bernstein fühlt sich auffallend leicht und eher warm an, beim Reiben entwickelt er einen harzigen Geruch.

Sicherheit bringt der Salzwassertest: In einer stark gesättigten Salzlösung schwimmt Bernstein oben, während Stein und Glas absinken. Das Ostseewasser selbst reicht dafür nicht aus, da sein Salzgehalt zu niedrig ist. Beurteilen lässt sich ein Fund zudem erst, wenn er getrocknet ist.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner