Der weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock Inc. hat seine Gesamtbeteiligung an Jenoptik auf 5,38 Prozent reduziert. Zuvor hielten die US-Amerikaner 5,47 Prozent der Stimmrechte und Finanzinstrumente. Der Anteil der direkten Stimmrechtsaktien sank dabei minimal von 5,43 auf 5,35 Prozent, wie das Wall Street Journal zuerst berichtet hat. Solche geringen Verschiebungen institutioneller Großinvestoren gelten als Portfolioumschichtungen.
Jenoptik profitiert gerade massiv von der globalen Sonderkonjunktur in der Halbleiterausrüstungsindustrie. Das Unternehmen ist Zulieferer für die Chip-Lithografie, die im Zuge der Künstlichen Intelligenz weltweit gefragt ist. Das sieht man auch in den Zahlen. Nach einem außergewöhnlich starken dritten Quartal 2026 hob Jenoptik die Prognose für den Gewinn vor Steuern und Abgaben (EBITDA) für das Gesamtjahr 2026 auf rund 22 Prozent an. Der Auftragseingang lag in den ersten neun Monaten des Jahres bei 1,1 Milliarden Euro. Die Analysten der großen Bankenhäuser reagierten prompt und hoben ihre Kursziele an, was den Tech-Wert zeitweise an die Spitze des MDax katapultierte.
Die drei Säulen des Erfolgs
Das Produktportfolio gliedert sich in drei Teile. Der Bereich Advanced Photonic Solutions gilt als Wachstumsmotor des Konzerns. Hier bündelt das Unternehmen hochentwickelte Optiken, Laserkomponenten und Mikrooptiken für die Halbleiterfertigung sowie für Anwendungen in der Medizintechnik und Bioanalytik. Die zweite Säule sind Smart Mobility Solutions mit intelligenten Systemen für die moderne Verkehrsinfrastruktur, darunter laserbasierte Geschwindigkeitsmessanlagen, Rotlichtüberwachungen sowie photonische Lösungen für digitale Mautsysteme. Das kleinste Segment deckt industrielle, mechanische Messtechnik-Anwendungen ab, die beispielsweise in der Automobilindustrie für Toleranzprüfungen notwendig sind.
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Der Erfolg weckt Begehrlichkeiten, und das in einer Zeit, in der die Tarifgespräche für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie laufen. Die Mitarbeiter von Jenoptik legten gemeinsam mit Beschäftigten der Nachbarunternehmen Zeiss und Jena-Optronik bereits am Donnerstag dieser Woche zeitweise die Arbeit nieder. Die Gewerkschaft IG Metall fordert fünf Prozent mehr Entgelt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten sowie einer sozialen Besserstellung von Auszubildenden und unteren Entgeltgruppen. Die Arbeitgeberseite bot stattdessen eine Einmalzahlung für 2027 sowie eine spätere Erhöhung ab Mitte 2028 an.
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