Bei einem ukrainischen Luftangriff auf die russische Region Samara sind in der Nacht zum Dienstag nach Angaben von Gouverneur Wjatscheslaw Fedorischtschew Dutzende Drohnen abgeschossen worden. Der Angriff habe Industriebetrieben gegolten, teilte Fedorischtschew über seinen Kanal auf dem russischen Messenger MAX mit.
Ein Mensch sei getötet worden. Zudem seien zivile Ziele beschädigt worden, darunter Wohnhäuser und Autos. Ein Krisenstab erfasse noch das gesamte Ausmaß der Schäden. Fedorischtschew rief die Bewohner auf, nur amtlichen Angaben zu vertrauen. Fotos und Videos von Einschlagsorten zu verbreiten, sei verboten.
Auch Samaras Bürgermeister Iwan Noskow erklärte, die Luftabwehr habe einen massiven Drohnenangriff auf die Stadt abgewehrt. An den Absturzstellen von Trümmern seien Spezialisten und Ermittler im Einsatz.
Raffinerie Kuibyschew im Visier
Das ukrainische Portal Kyiv Independent berichtete unter Berufung auf Augenzeugenaufnahmen sowie eine Auswertung des russischen Oppositionskanals ASTRA, die Erdölraffinerie Kuibyschew in Samara sei getroffen worden. Videos zeigten demnach einen Feuerball über der Anlage und später aufsteigenden Rauch. Von russischer Seite wurde ein Treffer an der Raffinerie nicht bestätigt.
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Die Anlage an der Wolga liegt rund 765 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters verarbeitete sie 2024 rund 4,7 Millionen Tonnen Rohöl. Laut Kyiv Independent liefert die Raffinerie Kraftstoffprodukte, die von der russischen Rüstungsindustrie und den Streitkräften genutzt werden. Bereits am 10. Juni hatte ein ukrainischer Angriff den Betrieb der Raffinerie zeitweise gestoppt.
Russische Raketen auf Städte in der Südukraine
Zugleich griff die russische Armee in der Nacht die südukrainischen Städte Dnipro, Krywyj Rih und Pawlohrad mit ballistischen Raketen an. In Dnipro seien mindestens vier Menschen getötet und sechs verletzt worden, teilte der Gouverneur des Gebiets Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, auf Telegram mit. Unter den Trümmern eines getroffenen Industriebetriebs würden weitere Verschüttete vermutet.
Das russische Verteidigungsministerium sprach von Angriffen auf Anlagen der Metall-, Chemie-, Energie- und Rüstungsindustrie. In Kiew wurden nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko drei Menschen durch Drohnenangriffe verletzt.
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