Wegen der Sprengung von Munition aus dem Zweiten Weltkrieg müssen am Mittwoch rund 3000 Menschen in Brandenburg ihre Wohnungen verlassen. Betroffen sind Hohen Neuendorf, Oranienburg und Frankfurt (Oder).
In einem Waldstück zwischen dem Hohen Neuendorfer Ortsteil Borgsdorf und Oranienburg im Landkreis Oberhavel sollen nach Angaben der beteiligten Stadtverwaltungen zwei jeweils 250 Kilogramm schwere Weltkriegsbomben kontrolliert gesprengt werden. Rund um den Fundort wird auf Empfehlung des Kampfmittelbeseitigungsdienstes des Landes Brandenburg ein Sperrkreis mit einem Radius von etwa 1200 Metern eingerichtet. Die Anwohner müssen den Bereich bis 8.00 Uhr verlassen haben.
Allein in Borgsdorf sind nach Angaben der Stadt Hohen Neuendorf rund 2500 Menschen betroffen, im Sperrgebiet liegen unter anderem ein Gartenmarkt und eine Kita. In Oranienburg sind zusätzlich 414 Einwohner in den Ortsteilen Süd und Lehnitz von der Evakuierung betroffen, wie die dortige Stadtverwaltung mitteilte.
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Beeinträchtigungen im Bahn- und Straßenverkehr
Der S-Bahnhof Borgsdorf liegt im Sperrgebiet, ein Halt ist dort ab 8.00 Uhr nicht mehr möglich. Mit Beginn der Entschärfungsarbeiten werde der Bahnverkehr vollständig unterbrochen, teilte die Stadt Oranienburg mit. Auch die Bundesstraße 96 wird zwischen Oranienburg und Borgsdorf gesperrt, ebenso die Kreisstraße zwischen Lehnitz und Borgsdorf.
Beide Kommunen richten Anlaufstellen für betroffene Bürger ein – in der Stadthalle Hohen Neuendorf sowie im Bürgerzentrum Oranienburg. Mobilitätseingeschränkte Personen können Transporthilfen bei den Stadtverwaltungen anfordern. Der Einsatz soll laut den Behörden gegen 16.00 Uhr abgeschlossen sein, einsatzbedingte Verzögerungen seien jedoch möglich. Die Aufhebung der Sperrung wird unter anderem durch einen einminütigen Sirenen-Dauerton bekannt gegeben.
Sprengung von Panzermine in Frankfurt (Oder)
Nahezu zeitgleich wird im Frankfurter Ortsteil Lossow eine Riegelmine aus dem Zweiten Weltkrieg gesprengt. Nach Mitteilung der Stadtverwaltung wurde der Sprengkörper im rückwärtigen Bereich eines Grundstücks in der Lindenstraße aufgefunden. Um den Fundort wird ein Sperrkreis von 500 Metern eingerichtet, die Evakuierung beginnt um 8.00 Uhr und soll bis 9.30 Uhr abgeschlossen sein. Die Sprengung ist für 10.00 Uhr vorgesehen.
Immer wieder kommt es in Brandenburg zu Bomben- und Minenfunden aus dem Zweiten Weltkrieg, Evakuierungen sind in dem Bundesland keine Seltenheit. Jährlich werden dort hunderte Tonnen Kampfmittel gefunden, die Region um Oranienburg ist häufig betroffen. Dort standen zur Zeit des Zweiten Weltkriegs Rüstungsbetriebe.
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