Bildungskrise

Brandenburger Lehrermangel spitzt sich zu: Eltern wenden sich per Brief an Woidke

Vor dem neuen Schuljahr wächst in Brandenburg die Sorge um die Unterrichtsversorgung. Der Landeselternrat warnt vor gefährdeten Bildungschancen.

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In Brandenburg sind als Reaktion auf den Lehrermangel wohl Änderungen an der Stundentafel nötig.

In Brandenburg sind als Reaktion auf den Lehrermangel wohl Änderungen an der Stundentafel nötig.

© Imagebroker/Imago

Brandenburger Eltern haben sich angesichts des Lehrermangels mit einem offenen Brief an Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) gewandt. „Schon heute zeichnet sich ab, dass an vielen Schulen die Unterrichtsversorgung nach den Sommerferien nicht vollständig gewährleistet werden kann“, heißt es in dem Schreiben des Landeselternrates, das der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt. Der Lehrermangel habe ein Ausmaß erreicht, das Eltern alarmiere und die Bildungschancen vieler Kinder gefährde.

„Eltern fragen sich zunehmend, wie Unterricht, Förderung und Bildungsqualität unter diesen Bedingungen noch gewährleistet werden sollen“, führte der Landeselternrat demnach aus. Die Nachrichten aus den Schulen bereiteten vielen Eltern „große Sorgen“.

Minister Hoffmann sieht Abstriche unumgänglich

Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU) hatte bereits eingeräumt, dass der Kernunterricht ab August nicht an allen Schulen im Land abgesichert sei. Es drohten angepasste Stundentafeln, also Änderungen bei der vorgeschriebenen Zahl der Unterrichtsstunden pro Fach. „Ich sage heute ganz klar: Wir wissen, dass wir dieses Ziel im neuen Schuljahr nicht mehr überall erreichen werden“, sagte Hoffmann laut dpa mit Blick auf die bislang angestrebte vollständige Unterrichtsversorgung. Das laufende Schuljahr in Brandenburg geht noch bis zum 8. Juli. Nach den Sommerferien beginnt am 3. August der Unterricht wieder.

Um dem Lehrkräftemangel entgegenzuwirken, will die Koalition aus SPD und CDU 250 zusätzliche Stellen schaffen. Im Haushalt 2025 war die Zahl der Lehrkräfte unter der vorherigen SPD/BSW-Koalition aus Spargründen zunächst um 345 Vollzeitstellen gesenkt worden. Als weitere Maßnahme nannte Hoffmann den Einsatz von Lehrkräften an anderen Schulen als bisher. Das solle zunächst auf freiwilliger Basis geschehen, so Hoffmann laut dpa.

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Hoffmann hatte bereits im März vor einer Zuspitzung der Lage gewarnt und das kommende Schuljahr als Zeitraum mit den höchsten Schülerzahlen und dem größten Lehrermangel in Brandenburg bezeichnet. Im laufenden Schuljahr besuchen nach Angaben des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg mehr als 323.000 Kinder und Jugendliche die Schulen des Landes.

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