Landtagswahlkampf

BSW startet Anti-Merz-Kampagne mit Auftaktkundgebung in Magdeburg

Friedrich Merz im Visier des BSW: Wagenknecht will mit Fußball-Rhetorik und Kundgebungen in Ostdeutschland den Sturz der schwarz-roten Koalition einleiten.

OAZ
3 Min
Sahra Wagenknecht: Die BSW-Politikerin will in Magdeburg ihre „Anti-Merz-Kampagne“ starten.

Sahra Wagenknecht: Die BSW-Politikerin will in Magdeburg ihre „Anti-Merz-Kampagne“ starten.

© IMAGO/dts Nachrichtenagentur

Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) startet am kommenden Samstag, 13. Juni, in Magdeburg eine bundesweite Kampagne gegen die Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz. Unter dem Motto „Unsere WM 2026: Weg mit Merz!“ will die Partei mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen im Herbst in mehreren ostdeutschen Städten Kundgebungen sowie lokale Aktionen durchführen. Den Auftakt bildet eine Veranstaltung um 16 Uhr auf dem Willy-Brandt-Platz am Magdeburger Hauptbahnhof.

Die Kampagne knüpft bewusst an die zeitgleich beginnende Fußball-Weltmeisterschaft an. „Deutschland ist in WM-Stimmung, in der Weg-mit-Merz-Stimmung“, erklärte die Parteigründerin Sahra Wagenknecht in einer Mitteilung des BSW-Presseteams. Das Land brauche „dringend einen neuen Cheftrainer und eine neue Trainingsstrategie, sonst steigen wir immer weiter ab“. Die Botschaft der Partei fasst Wagenknecht in einem Slogan zusammen: „Deutschland reparieren statt ruinieren!“

Scharfe Kritik an der Bundesregierung

Wagenknecht griff in ihrer Erklärung die schwarz-rote Koalition aus CDU/CSU und SPD frontal an. Die Merz-Koalition sei „noch schlechter als die Ampel, die viele zu Recht für die bis dahin dümmste Regierung der Bundesrepublik hielten“. Mit Bundeskanzler Friedrich Merz und Vizekanzler Lars Klingbeil erlebe Deutschland „kein Sommermärchen, sondern einen Sommer der sozialen Grausamkeiten“. Zudem wächst aus Sicht der BSW-Politikerin die Gefahr, dass die Regierung das Land „in einen direkten Krieg mit Russland“ führt. Bleibe es bei der gegenwärtigen Politik, „spielen wir bald nur noch Kreisklasse“, warnte Wagenknecht.

In der Einladung an die Medien bezeichnet das BSW Merz als „unbeliebtesten Kanzler der bundesdeutschen Geschichte“ und fordert in der Sprache des Kampagnenmottos: „Rot für Friedrich Merz! Dieser Kanzler gehört vom Platz gestellt!“

Prominente Aufstellung in Magdeburg

Zur Auftaktkundgebung in Sachsen-Anhalt reist die Parteispitze nahezu vollständig an. Neben Wagenknecht werden die beiden Parteivorsitzenden Fabio De Masi und Amira Mohamed Ali sowie Generalsekretär Oliver Ruhnert erwartet. Auch Michael Lüders, Spitzenkandidat für die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus, sowie Thomas Schulze und Claudia Wittig, Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, sind angekündigt.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Strategischer Fokus auf den Osten

Wagenknecht setzt erkennbar auf die Landtagswahlen im Herbst als Hebel gegen die Bundesregierung. „Die Ostdeutschen können Merz und seine desolate Politik im September stoppen“, sagte die Politikerin. Wer per Stimme für das BSW „die Ost-Ministerpräsidenten von CDU und SPD abwählt und einen überparteilichen Ministerpräsidenten möglich macht, schickt auch Merz in Rente“, so Wagenknecht weiter.

Mit der Magdeburger Veranstaltung setzt das BSW den Startschuss für eine wahlkampfintensive Phase, in der die Partei ihre oppositionelle Rolle gegenüber Schwarz-Rot zuspitzen und sich zugleich als wirkmächtige Alternative im Osten positionieren möchte. Ob die Verknüpfung politischer Botschaften mit der Bildsprache der Fußball-WM die gewünschte Aufmerksamkeit erzeugt, dürfte sich bereits am Wochenende in Magdeburg zeigen.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner