Vor der Küste Schleswig-Holsteins ist ein großer Wal beobachtet worden. Tierschützer vermuten, dass es sich um den zuvor vor Dänemark gesichteten Buckelwal „Hartwin“ handelt – und zeigen sich alarmiert über dessen Gesundheitszustand.
Das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund hat am Donnerstag zwischen 12 und 14 Uhr zwei Sichtungsmeldungen vor Heiligenhafen erhalten. Das sagte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur.
Buckelwal Hartwin erreicht deutsche Ostsee: Verdacht auf Skoliose
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Wal ist möglicherweise „Hartwin“
„Das Bild- und Videomaterial, das uns vorliegt, ist qualitativ leider so schlecht, dass wir nicht genau sagen können, ob es sich um den Buckelwal handelt, der sich in den letzten Wochen vor Dänemark aufhielt. Die Größe und das allgemeine Erscheinungsbild deuten jedoch darauf hin“, so die Sprecherin.
Die Tierschutzorganisation „Stranded No More“ teilte auf Facebook mit, der Buckelwal „Hartwin“ sei am Donnerstag vor der schleswig-holsteinischen Küste bei Dazendorf und Heiligenhafen gesehen worden. Man sei „extrem besorgt“, da sich das Tier in einem schlechten Zustand befinde. Sollte der Wal seinen Kurs beibehalten, könne er auch Mecklenburg-Vorpommern erreichen.
Bereits bei einer früheren Sichtung im dänischen Aarhus hatten die Tierschützer nach eigenen Angaben auf Veränderungen am Tier hingewiesen. Die Haut verfärbe sich zunehmend weißlich, zudem deute ein Video möglicherweise auf eine Verkrümmung der Wirbelsäule – eine Skoliose – hin. Endgültige Gewissheit gebe es jedoch nicht. Als mögliche Ursachen nannte die Organisation angeborene Fehlbildungen, Folgen einer Schiffskollision oder Infektionskrankheiten. Zuvor habe es eine Interaktion mit einem Segelboot gegeben, ein ursächlicher Zusammenhang lasse sich daraus aber nicht ableiten.
Mehrere Wal-Sichtungen vor dänischer Küste
Auch die dänische Umweltbehörde hatte in den vergangenen Wochen mehrfach über Sichtungen an der dänischen Ostseeküste berichtet, unter anderem vor Aarhus sowie zwischen Jütland und der Insel Fünen. Aussehen und Verhalten ließen darauf schließen, dass der Wal krank sei. Die Behörde rief dazu auf, Abstand zu dem Tier zu halten.
Im Frühjahr war ein Buckelwal bis in deutsche Gewässer geschwommen und mehrfach gestrandet. Eine private Initiative brachte das „Timmy" genannte Tier in einem Transportkahn in die Nordsee und setzte es dort frei. Fachleute kritisierten das Vorgehen als Tierquälerei. Der Wal überlebte nicht und wurde Mitte Mai tot vor der dänischen Ostseeinsel Anholt entdeckt.
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