„Die Meyer Werft ist ein Trumpf, den wir nicht aufgeben dürfen und den wir nicht aufgeben werden“, sagt Scholz weiter. Die Stellung Deutschlands als drittgrößte Wirtschaftsnation der Welt erfordere eine starke maritime Wirtschaft.
Dem Kanzler zufolge laufen noch Gespräche mit Banken über die Finanzierung der neuen Schiffsaufträge. Zudem müsse noch der Bundestag dazu befragt werden, und man spreche auch mit der EU-Kommission. Er habe aber die klare Erwartung, dass alle anderen Beteiligten mitziehen, sagte Scholz: „Der Schiffbau hier in Papenburg und in der ganzen Region hat eine Zukunft.“ Wie konkret die Rettung aussehen soll, sagte Scholz nicht.
Meyer Werft steckt in tiefer Krise – trotz vollen Auftragsbüchern
Die Werft steckt in einer schweren Krise, weil unter anderem Energie- und Rohstoffpreise gestiegen sind und der Großteil der Kaufpreise für Schiffe erst bei der Auslieferung gezahlt wird. Im Hintergrund wurde seit Wochen über einen Einstieg des Staates verhandelt.
Die Werft hat volle Auftragsbücher. Erst vor wenigen Tagen wurde der größte Auftrag der Unternehmensgeschichte über gleich vier Kreuzfahrtschiffe mit dem amerikanischen Disney-Konzern abgeschlossen. Kürzlich wurde auch mit dem Bau von Plattformen für Konverter begonnen, die nötig sind, um auf der Nordsee erzeugten Windstrom auf das Land zu leiten. Aber nachdem das Unternehmen während der Corona-Pandemie in die roten Zahlen gerutscht war, ist aus Sicht der Banken die Kreditwürdigkeit nicht mehr gegeben.
Ein Gutachten hatte der Werft zuletzt unter bestimmten Voraussetzungen gute Zukunftsaussichten zugesprochen. Vor allem muss das Unternehmen wieder Gewinne machen. Die Werft sei in den vergangenen Jahren „keine Ertragsperle“ gewesen, hatte Chefsanierer Ralf Schmitz vor einigen Wochen gesagt. Bis 2028 soll die Sanierung des Unternehmens abgeschlossen sein. 340 der mehr als 3000 Stellen sollen abgebaut werden.
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