Die Bundesregierung hat mit dem US-Chipentwickler Nvidia eine Zusammenarbeit bei der Entwicklung industrieller Künstlicher Intelligenz vereinbart. Das Wirtschafts- und das Forschungsministerium unterzeichneten am Montag beim Investitionsgipfel in Berlin eine entsprechende Absichtserklärung, wie die Bundesregierung nach Angaben von AFP mitteilte. Im Mittelpunkt steht eine Initiative für sogenannte Physical AI, also KI für Maschinen, die mit ihrer Umgebung interagieren.
Die Zusammenarbeit soll auf Deutschlands Industriedaten, seiner Fertigungskompetenz und seinem Ingenieurswissen aufbauen. Nvidia soll dafür sein bisheriges Engagement mit deutschen Partnern ausweiten. Ziel ist nach Angaben der Bundesregierung die Entwicklung spezialisierter, offener Modelle für industrielle KI. Eine konkrete Finanzierungssumme wurde in der Mitteilung zunächst nicht genannt.
KI soll Maschinen handlungsfähig machen
Physical AI kommt etwa in Robotern, autonomen Fahrzeugen oder automatisierten Produktionsanlagen zum Einsatz. Solche Systeme müssen ihre Umgebung erfassen, räumliche Zusammenhänge verarbeiten und daraus passende Handlungen ableiten können.
Wie Nvidia in einer technischen Erläuterung beschreibt, werden dafür unter anderem Bilder, Videos und Sensordaten genutzt. Ein Teil des Trainings kann in simulierten Umgebungen stattfinden. Roboter können dort Bewegungen und Arbeitsabläufe üben, bevor sie Aufgaben in einer realen Fabrik übernehmen.
Zusammenarbeit baut auf früheren Projekten auf
Die neue Initiative knüpft an bestehende Kooperationen an. Bereits im Juni 2025 hatte die Bundesregierung nach einem Treffen von Kanzler Friedrich Merz mit Nvidia-Chef Jensen Huang den Aufbau einer „Industrial AI Cloud“ angekündigt. Vorgesehen war eine Recheninfrastruktur mit mindestens 10.000 Grafikprozessoren, die neben Industrieunternehmen auch Forschungseinrichtungen und Start-ups zugänglich sein sollte.
Im November 2025 erläuterte SAP die geplante Arbeitsteilung: Die Deutsche Telekom sollte die Infrastruktur bereitstellen, SAP seine Plattform und Anwendungen einbringen. Dazu sollten KI- und Simulationstechnologien von Nvidia kommen. Während dieses Vorhaben vor allem die technische Grundlage betrifft, richtet sich die jetzt vereinbarte Initiative auf die Entwicklung industrieller KI-Modelle.
Gipfel soll Investitionen nach Deutschland holen
Die Absichtserklärung wurde zum Auftakt des zweitägigen internationalen Investitionsgipfels geschlossen. Merz eröffnete am Montagabend den Empfang in Berlin und sprach auf der Bühne mit Huang. Zum Gipfel wurden rund 200 Unternehmenschefs aus dem In- und Ausland erwartet.
Die Bundesregierung will mit dem Treffen privates Kapital für den Standort Deutschland gewinnen. Zu den Schwerpunkten gehört der Einsatz neuer Technologien in der Industrie. Wie aus der Absichtserklärung konkrete Projekte werden und welche Mittel dafür bereitstehen, blieb zunächst offen.
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