Bundesregierung macht letztes Angebot: Geld für Sanierung, nicht aber für den Unterhalt Bürgermeister Wowereit lehnt verärgert ab / Senat hofft auf Einlenken der Kanzlerin

Staatsoper vor ungewisser Zukunft

Christine Richter
3 Min

BERLIN. Die Bundesregierung hat ihr wohl letztes Angebot zur Staatsoper Unter den Linden vorgelegt. Demnach will der Bund die Sanierungskosten in Höhe von 150 Millionen Euro allein übernehmen, den Berliner Senat aber gleichzeitig verpflichten, zehn Jahre lang für die Opern-Stiftung zusätzlich einen jährlichen Zuschuss in Höhe von zehn Millionen Euro zu zahlen. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) zeigte sich nach Informationen aus Senatskreisen sehr verärgert über das Angebot und lehnte es strikt ab. Im Senat will man sich offiziell nicht zu den Verhandlungen äußern.Nach Informationen der Berliner Zeitung wurde das Angebot des Bundes dem Regierenden Bürgermeister am vergangenen Mittwoch unterbreitet. An dem Gespräch nahmen neben Wowereit Kanzleramtschef Thomas de Maizière, Kultur-Staatsminister Bernd Neumann (beide CDU), Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) und die Chefin der Berliner Senatskanzlei, Barbara Kisseler, teil. Neumann ist seit jeher nicht bereit, die Staatsoper ganz zu übernehmen, so wie es Wowereit im Herbst 2006 vorgeschlagen hatte. Auch eine Beteiligung an der Opernstiftung, die chronisch unterfinanziert ist, lehnt er ab. Außerdem ärgert man sich in der Bundesregierung, dass der Senat - anders als im Jahr 2003 verabredet - nach der Übernahme der Akademie der Künste und der Kinemathek durch den Bund der Opernstiftung nicht mehr Geld zur Verfügung stellte. Die drei Berliner Opernhäuser - Staatsoper, Deutsche Oper und Komische Oper - erhalten 2008 über die Stiftung rund 112 Millionen Euro. 2009 soll dieser Zuschuss aber auf 98 Millionen Euro sinken.Die Berliner CDU-Bundestagsabgeordnete und -Kulturpolitikerin Monika Grütters begrüßte den Vorschlag der Bundesregierung. "Wenn der Kultursenator Wowereit wirklich etwas für die Opern tun will, dann lässt er sich auf den Vorschlag ein", sagte Grütters. Auch die Kulturexpertin der Grünen im Abgeordnetenhaus, Alice Ströver, zeigte sich offen. Die Unterfinanzierung der Opern würde gemindert, so Ströver. Sie bezweifelte allerdings, dass 150 Millionen Euro für die Sanierung der Staatsoper ausreichen. Die Kosten dafür belaufen sich nach einem Gutachten auf 230 Millionen Euro.Senat und Bundesregierung wollen nun auf Arbeitsebene weiterverhandeln. Im Senat hofft man, dass sich doch noch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in den Streit einschaltet und für Berlin entscheidet. In Kreisen der Bundesregierung wird das ausgeschlossen. Merkel werde sich nicht gegen Staatsminister Neumann stellen und zu Gunsten von Wowereit eine Entscheidung fällen, heißt es.------------------------------"Die Idee ist clever, alle drei Opern profitieren davon." Monika Grütters, CDU

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner