Das chinesische Außenministerium hat Medienberichte dementiert, wonach Peking eine Beteiligung an einer möglichen Friedensmission in der Ukraine erwägt. Dies berichtete die chinesische Zeitung Global Times am Montag. Die Welt hatte am Samstag unter Berufung auf EU-Diplomatenkreise berichtet, dass China erwäge, sich an der sogenannten „Koalition der Willigen“ zu beteiligen und Friedenstruppen zu entsenden, um eine künftige Waffenruhe zwischen Russland und der Ukraine zu sichern.
Nach Angaben der Global Times erklärte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Guo Jiakun, dass der Bericht völlig unwahr sei. Im Gespräch mit Journalisten betonte er, dass Chinas Position zur Ukraine konsequent und unmissverständlich bleibe. Im Mai vergangenen Jahres hatten Brasilien und China eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, in der sie erklärten, Verhandlungen seien die einzige praktikable Lösung für das, was sie als „Ukraine-Krise“ bezeichnen.
Zuvor hatte die britische Regierung erklärt, sie erwarte, dass sich mehr als 30 Länder in der ein oder anderen Form an der „Koalition der Willigen“ beteiligen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Keir Starmer bemühen sich seit Wochen um eine Abstimmung der europäischen Verbündeten mit Blick auf die weitere Unterstützung der Ukraine. Für kommenden Donnerstag ist ein weiteres Treffen der Koalition in Paris geplant, an dem auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilnehmen soll.
Berichte über zwei Friedenstruppen mit Beteiligung von Ländern des globalen Südens
Am vergangenen Samstag hatte La Repubblica berichtet, dass der Westen den Einsatz von nicht nur einer, sondern von zwei Friedenstruppen im Falle eines Waffenruhe-Abkommens erwägt. Demnach soll ein erstes Kontingent unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen gebildet werden und Blauhelme aus Indien, Indonesien, Brasilien und Saudi-Arabien umfassen. Diese Friedenstruppe würde laut der italienischen Tageszeitung an der russisch-ukrainischen Grenze stationiert werden. Auf diese Weise würden keine Nato- oder europäischen Soldaten eingesetzt werden, was Russland vehement ablehnt.
Dann würde ein zweites Kontingent, an dem die Länder der sogenannten „Koalition der Willigen“ beteiligt sind, an der Grenze zwischen der EU und der Ukraine stationiert werden, als „weitere Abschreckung für Russland, für den Fall, dass es sich den Gebieten der EU nähern will“, wie die Zeitung weiter berichtete. Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Kanada und Italien würden dabei eine führende Rolle spielen.
Bericht: Trump setzt Zieldatum für Waffenruhe-Deal zwischen Ukraine und Russland fest
„Koalition der Willigen“ geplant: Westen erwägt wohl Ukraine-Einsatz von Friedenstruppen bei Waffenruhe
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