Handel

Neue Regeln für Chinas Freihandelsinsel: Peking erleichtert Geschäfte auf Hainan

China lockert Regeln auf Hainan. Auch europäische Unternehmen könnten profitieren. Diese neuen Maßnahmen sind geplant.

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Fischerboote verlassen am 16. August 2026 den Hafen Tanmen auf Chinas Freihandelsinsel Hainan.

Fischerboote verlassen am 16. August 2026 den Hafen Tanmen auf Chinas Freihandelsinsel Hainan.

© Meng Zhongde/Xinhua/imago

China erleichtert ausländischen Unternehmen und Fachkräften die Arbeit im Freihandelshafen Hainan. Ein am Donnerstag veröffentlichtes Paket sieht längere Berufsgenehmigungen für ausländische Ärzte und einen einfacheren Zugang zu Einrichtungen für den Handel mit Flüssigerdgas vor. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua umfasst das von vier Behörden herausgegebene Rundschreiben 16 Maßnahmen.

Hainan ist eine chinesische Inselprovinz im Südchinesischen Meer. Der Begriff Freihandelshafen bezeichnet hier ein Wirtschaftsgebiet, das die gesamte Insel umfasst. Seit Dezember 2025 gilt dort ein Sonderzollsystem, das die Einfuhr vieler Waren aus dem Ausland erleichtert. China will damit internationale Unternehmen anziehen. Für Waren, die von Hainan auf das chinesische Festland gelangen, gelten gesonderte Zollregeln.

Das chinesische Handelsministerium nennt als Schwerpunkte des neuen Pakets den Warenhandel, Dienstleistungen und neue Handelsmodelle. Beteiligt sind außerdem die staatliche Entwicklungs- und Reformkommission, das Umweltministerium und die Zollverwaltung.

Ausländische Ärzte dürfen länger praktizieren

Ärzte mit ausländischer Staatsangehörigkeit, die im Ausland rechtmäßig zur Berufsausübung zugelassen sind, können auf Hainan künftig Genehmigungen für bis zu drei Jahre erhalten. Verlängerungen sind möglich. Laut dem chinesischen Wirtschaftsmedium Yicai wird die bisherige Höchstdauer damit von einem auf drei Jahre ausgeweitet.

Zudem sollen ausländische Berufsqualifikationen leichter anerkannt werden. Das Paket kündigt einfachere Regelungen für Arbeitsgenehmigungen und Aufenthalte an. Für europäische Ärzte und Gesundheitsanbieter könnte Hainan dadurch als Einsatzort interessanter werden.

Zugang zu Flüssigerdgas-Terminals wird erleichtert

Ausländische Unternehmen dürfen außerdem künftig zollüberwachte Einrichtungen an Hainans LNG-Terminals nutzen. Laut Yicai müssen berechtigte Firmen dafür kein Unternehmen in China registrieren. Die Einrichtungen ermöglichen die Lagerung und Abwicklung von Flüssigerdgas unter besonderen Zollbedingungen.

Hainan soll zudem Lieferlager für LNG-Terminkontrakte betreiben können, sobald entsprechende Kontrakte eingeführt sind. Weitere Maßnahmen betreffen Reparaturen und die industrielle Wiederaufbereitung von Produkten unter Zollaufsicht. Auch die Wirtschaftsbeziehungen zu Hongkong sollen vertieft werden.

Was europäische Hersteller davon haben könnten

Auch europäische Hersteller könnten Hainan zudem als Standort für Verarbeitung oder Reparaturen nutzen. Für bestimmte Waren besteht bereits eine Zollbefreiung beim Verkauf auf das chinesische Festland, wenn durch Verarbeitung auf Hainan mindestens 30 Prozent Wertzuwachs entstehen. Nach den veröffentlichten Zollvorschriften bleiben dabei Einfuhrumsatzsteuer und gegebenenfalls Verbrauchsteuer fällig. Einfaches Umpacken genügt nicht.

Das neue Paket kann damit Geschäfte europäischer Unternehmen in China erleichtern. Es ist aber kein Freihandelsabkommen mit der EU. Im Mittelpunkt stehen bessere Bedingungen für Tätigkeiten auf Hainan und deren Verbindung mit dem chinesischen Markt.

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