Die italienische Großbank Unicredit hat von der Europäischen Zentralbank (EZB) grünes Licht für die Übernahme der Commerzbank erhalten. Die Aufsichtsbehörde genehmigte Unicredit, die Kontrolle über die Frankfurter Bank zu übernehmen. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag mit, wie die Nachrichtenagenturen AFP und Reuters berichten.
Damit fällt eine wichtige regulatorische Hürde für eine der größten grenzüberschreitenden Bankenübernahmen in Europa seit der Finanzkrise. Die Genehmigung erlaubt es Unicredit, ihre Beteiligung an der Commerzbank über die Schwelle von 30 Prozent hinaus zu erhöhen. Eine Obergrenze gibt es dabei nicht.
Unicredit hatte sich bereits im Sommer nach einem rund 45 Milliarden Euro schweren Übernahmeangebot Zugriff auf knapp die Hälfte der Commerzbank-Anteile gesichert. Nach dem Abschluss weiterer aufsichtsrechtlicher Verfahren rechnet die italienische Bank damit, bis Ende 2026 rund 50 Prozent der Stimmrechte kontrollieren zu können.
Bundesregierung und Commerzbank wehren sich gegen Übernahme
Der Übernahmeversuch sorgt seit Monaten für Konflikte. Die Commerzbank unter Vorstandschefin Bettina Orlopp hatte sich gegen die Übernahme gestellt und betont, an ihrer eigenständigen Strategie festhalten zu wollen. Auch die Bundesregierung hatte das Vorgehen der italienischen Bank kritisiert.
Der Bund hält weiterhin gut 13 Prozent der Commerzbank-Anteile. Besonders geht es der Bundesregierung um den Erhalt von Arbeitsplätzen, den Standort Frankfurt und die Rolle der Commerzbank als Kreditgeber für den deutschen Mittelstand.
Die Genehmigung der EZB bedeutet allerdings noch nicht, dass die Übernahme vollständig abgeschlossen ist. Auch die EU-Kommission prüft das Vorhaben aus wettbewerbsrechtlicher Sicht. Eine Entscheidung war zuletzt bis zum 16. November vorgesehen.
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