Joshua Kimmich hat das WM-Aus im Sommer als das härteste seiner Karriere bezeichnet. Das sagte der DFB-Kapitän im Interview mit RTL und Sky Sport, einen Tag vor dem ersten Spiel unter Bundestrainer Jürgen Klopp.
Beim Thema, das Klopp vergangene Woche selbst gesetzt hat, zieht Kimmich eine Grenze. Zur Debatte um die Deutschlandfahne sagt er, es sei für die Mannschaft schwierig, „für politische Dinge zu stehen“.
WM-Aus gegen Paraguay: „Noch stärker getroffen“
Deutschland war im Juni im Sechzehntelfinale gegen Paraguay ausgeschieden, 3:4 im Elfmeterschießen. Für Kimmich war es das dritte WM-Aus in Folge und das erste als Kapitän.
„Deshalb hat es mich noch stärker getroffen“, sagt er. Kurz nach dem Spiel hatte er auf Instagram geschrieben, er sei „einfach nur leer“.
Laut Spiegel blieb Kimmich als Letzter im Teamhotel und entschuldigte sich bei DFB-Mitarbeitern. Heute klingt er gefasster: Die drei WM-Pleiten gehörten zu seiner Karriere, rückgängig machen lasse sich das nicht.
Klopps Fahnen-Satz: Kimmich hält Abstand
Klopp hatte bei seiner ersten Kadernominierung in Frankfurt gesagt, er würde sich „gerne die Fahne zurückholen“. Nationalstolz wolle er nicht den falschen Leuten überlassen.
Zuvor hatte der 59-Jährige auf das Ergebnis der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt verwiesen. SPD-Chef Lars Klingbeil stimmte Klopp zu, die NZZ hielt sein Schema für zu einfach.
Kimmich geht auf den Satz nicht direkt ein. Eine Kabine könne aber ein Vorbild für die Gesellschaft sein, sagt er, weil sich dort viele Einzelne für ein gemeinsames Ziel begeistern.
Das Wort Stolz benutzt er trotzdem. Die Mannschaft wolle den Menschen „einen Grund geben, stolz auf Deutschland zu sein“. Gemeint sind Länderspiele, die man wieder gern einschaltet, auch abseits großer Turniere.
Kimmich bleibt Kapitän und spielt wieder im Mittelfeld
Klopp bestätigte Kimmich als Spielführer und will ihn zurück ins zentrale Mittelfeld holen. Bei der WM hatte der Bayern-Profi unter Julian Nagelsmann fast nur rechts hinten gespielt.
Mit 114 Länderspielen ist der 31-Jährige der erfahrenste Mann im Kader. Seinen Auftrag fasst er so zusammen: „Talent allein bleibt oft Theorie.“ Es brauche Charakter, damit aus dem Talent der Mannschaft Ergebnisse werden.
Über Klopp sagt Kimmich, der Trainer habe „extrem Bock auf die Aufgabe“. Diese Energie müsse nun auf die Spieler überspringen. Am Spielstil, räumt er ein, müsse das Team noch arbeiten.
Niederlande gegen Deutschland: Anstoß und TV
Klopps erstes Spiel steigt am Donnerstag um 20.45 Uhr in der Johan Cruijff Arena in Amsterdam, RTL überträgt live. Auch der Gegner startet neu: Die Niederlande werden seit August von Xavi Hernández trainiert.
Drei Tage später folgt in Augsburg Klopps Heimdebüt gegen Griechenland. Für die vier Nations-League-Spiele bis zum 4. Oktober hat er 44 Spieler nominiert.
Deutschland gegen die Niederlande im Olympiastadion
Das Rückspiel gegen die Niederlande findet am 16. November in Berlin statt. Tickets für das Länderspiel im Olympiastadion sind bereits im Verkauf.
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