Hoffnung

DDR-Legende steht in Radebeul still: Jetzt gibt es endlich gute Nachrichten

SVT Görlitz aus Radebeul: Nach der Reparatur sind Sonderfahrten nach Prag, Karlsbad, Hamburg und Sylt geplant. Der DDR-Zug stammt von 1968.

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Der SVT Görlitz bei einem Halt in Chemnitz (Archivbild): Nach dem Motorschaden soll der DDR-Schnelltriebwagen Mitte August wieder rollen.

Der SVT Görlitz bei einem Halt in Chemnitz (Archivbild): Nach dem Motorschaden soll der DDR-Schnelltriebwagen Mitte August wieder rollen.

© IMAGO/haertelpress

Im Juni rollte er ein paar Mal aus der Halle in Radebeul. An den Bahndämmen standen plötzlich Leute mit Handys, die sonst nie an Bahndämmen stehen.

Der SVT Görlitz war zurück. Rot, flach, 58 Jahre alt und immer noch das eleganteste Stück Blech auf sächsischen Gleisen.

Nach wenigen Fahrten stand er wieder. Motorschaden.

Jetzt kommt die gute Nachricht: Mitte August soll die Reparatur voraussichtlich abgeschlossen sein, teilte Mario Lieb, Geschäftsführer der betreibenden SVT Görlitz GmbH, der deutschen Presseagentur mit.

Haarriss im Motor stoppte den DDR-Zug

Ursache ist nach Angaben der Betreiber vermutlich ein Haarriss in einer Vorkammer des Motors, der zu einem Ermüdungsbruch führte.

Die Reparatur beziffert Lieb auf rund 20.000 bis 25.000 Euro.

Zur Einordnung: Die Wiederherstellung des gesamten Zuges kostete rund sieben Millionen. Der Schaden, der ihn stoppte, kostet ungefähr so viel wie ein ordentlicher Gebrauchtwagen.

Sieben Millionen Euro, fünf Jahre Arbeit

Hinter dem Projekt stehen Bahn-Enthusiasten, die sich 2019 in der gemeinnützigen SVT Görlitz GmbH zusammengeschlossen haben.

Mehr als fünf Jahre dauerte die Restaurierung. Ein halbes Jahrzehnt Werkstatt, damit der Zug im Juni ein paar Mal fahren konnte.

Ein Ermüdungsbruch an einem Motor von 1968 ist trotzdem keine Blamage, sondern der Preis dafür, dass dieses Fahrzeug überhaupt noch rollt. Ersatzteile bestellt man dafür nicht im Katalog.

SVT Görlitz: Baujahr 1968, 160 km/h

Der Schnelltriebwagen war ein Prestigefahrzeug der Deutschen Reichsbahn im internationalen Verkehr.

Acht Züge dieses Typs wurden in den 1960er Jahren gebaut, zugelassen für 160 Kilometer pro Stunde.

Diese Zahl war in der DDR eine Ansage. Wer damit über die Grenze fuhr, transportierte nicht nur Reisende, sondern auch die Behauptung, dass der Osten auf der Schiene mithalten kann.

Sonderfahrten nach Prag, Karlsbad und Sylt geplant

Sofort losfahren wird der Zug nach der Reparatur nicht. Zunächst sind Werkstattfahrten geplant, danach soll der Sonderfahrtbetrieb wieder aufgenommen werden.

Auf der Liste stehen Prag und Karlsbad, außerdem Hamburg und Sylt.

Ein bereits angekündigter Sonderzug zu einem Konzert Ende Juni war wegen des Defekts ausgefallen. Wer damals ein Ticket hatte, dürfte den Augusttermin ziemlich genau verfolgen.

Und dann, irgendwann: ein DDR-Triebwagen auf dem Hindenburgdamm, mit Nordseewasser links und rechts. Dafür lohnen sich 25.000 Euro Reparatur.

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