Nach dem Sturz von Syrien-Machthaber Baschar al-Assad ist in Deutschland eine Debatte darüber entbrannt, ob und unter welchen Bedingungen syrische Flüchtlinge wieder in ihre Heimat zurückkehren können oder müssen. Jetzt äußert sich auch die außenpolitische Sprecherin der Grünen, Deborah Düring, dazu. Sie fordert ein Bleiberecht für all diejenigen, die einst nach Deutschland gekommen sind.
„Alle Syrerinnen und Syrer, die in Deutschland eine neue Heimat gefunden haben, sollen auch hier bleiben dürfen“, sagte sie im Gespräch mit dem Portal t-online. „Schließlich haben sie sich hier ein Zuhause aufgebaut, sie sind unsere Nachbarn, Freunde, Ärztinnen und unsere Handwerker. Viele sind hier geboren. Deutschland ist ihre Heimat, sie sind Teil unserer Gesellschaft und verdienen mehr Respekt.“
Weiter setzte sie zur Kritik gegen die Union und Friedrich Merz an. „Es war schamlos, dass Teile der Union noch am Tag des Assad-Sturzes die Rückkehr der Geflüchteten nach Syrien ins Gespräch brachten. Das zeugt nicht nur von fehlender Fachkenntnis über die Lage vor Ort, sondern war auch menschlich gesehen ein Totalversagen.“
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Friedrich Merz hatte bereits im Dezember gesagt: „Zwei Drittel arbeiten nicht. Das sind vorwiegend junge Männer. Von denen können viele zurück und müssen viele zurück.“ Doch nicht nur seine Union, sondern auch und gerade der Grüne-Spitzenkandidat Robert Habeck fordern ein strikteres Umgehen mit den syrischen Flüchtlingen. „Diejenigen, die hier arbeiten, die können wir gut gebrauchen. Diejenigen, die hier nicht arbeiten, werden – wenn das Land sicher ist – wieder in die Sicherheit zurückkehren können oder auch müssen“, so dessen Aussage im Gespräch mit dem Deutschlandfunk.
Düring sieht das allerdings anders. „Am Schluss ist es eine Entscheidung jedes Einzelnen, wo er oder sie leben möchte. Die Menschen, die Syrien wieder aufbauen möchten, verdienen unseren größten Respekt. Das schließt mit ein, dass syrische Geflüchtete nach Syrien reisen können, ohne Sorge um ihren Aufenthaltsstatus in Europa haben zu müssen.“
Innenministern Faeser fordert mehr Respekt für integrierte Migranten
Innenministerin Nancy Faeser fordert derweil mehr Respekt für integrierte Migranten. Fast 25 Millionen Menschen und damit fast 30 Prozent der in Deutschland lebenden hätten einen Migrationshintergrund. „Sie sind bereits lange selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft und halten in vielen Bereichen unser Land am Laufen – in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, in Betrieben und der Industrie. Was diese Menschen leisten, verdient mehr Respekt“, sagte sie der Rheinischen Post.
Vom Vorschlag der Union, Straftäter mit doppelter Staatsbürgerschaft den deutschen Pass abzuerkennen, wenn diese sich daneben benehmen, hält Faeser derweil nichts.D as führe zu einem Gefühl, dass es Bürger erster und zweiter Klasse gebe. „Das ist eine Diskussion auf dem Rücken von Menschen, die sich das Leben in Deutschland hart erarbeitet haben.“
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