Sachsens Wirtschaftsminister war mit einer Unternehmerdelegation in Asien unterwegs, als sich der VW-Aufsichtsrat zu den Restrukturierungsplänen des Konzerns einigte. Beschlossene Werksschließung gibt es keine, aber die Zukunft von vier Standorten ist weiter offen. Dazu zählt auch das Werk in Zwickau. Am Mittwoch reiste Dirk Panter nach Westsachsen. Seine Botschaft: Die Staatsregierung weiß um die schwierige Situation für die Beschäftigten und sie wird alles tun, um den Standort zu erhalten. „Wir kämpfen dafür, dass es auch über 2031 hinaus eine Fahrzeugproduktion hier am Standort geben wird“, so Panter im Anschluss an die internen Gespräche.
Zwickau sei das effizienteste Werk innerhalb des VW-Konzerns. Wer etwas anderes behauptet, der solle bitte auch Beweise vorlegen, so der Minister, der zugleich von der VW-Spitze ein klares Konzept forderte. „Wir brauchen ein Ziel und das nicht erst in einem halben Jahr“, sagte Dirk Panter. Er sieht eine Zukunft für Zwickau, beispielsweise durch ein Joint Venture mit den Chinesen oder den Bau von VW-Modellen, die bislang nicht in Deutschland gefertigt werden.
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Die Staatsregierung will Verantwortung übernehmen. „Wir können uns eine Taskforce vorstellen, in der wir gemeinsam an Lösungen arbeiten“, so der Minister. Aber dafür brauche man ein konkretes Ziel. Das Werk habe das 2025er-Kostenziel erreicht. „Und ich bin fest überzeugt, dass man hier auch die Ziele für 2026 erreichen wird“, so Panter. Wenn es neue Vorgaben gäbe, müsse der Konzern sie klar kommunizieren.
Ideen, wie das Werk ab 2031 ausgelastet werden könne, gäbe es viele. „Wir konzentrieren uns dabei aktuell auf die klassische Fahrzeugproduktion“, erklärt der Minister. Der Freistaat Sachsen kann sich Hilfen vorstellen, auch Förderungen, wo das rechtlich möglich sei. „Aber das können wir nicht ins Blaue hinein tun, dafür braucht es klare Vorgaben von dem Konzern“, so Panter.
Gefördert hat der Freistaat schon. Erst zu Beginn dieses Jahres hat Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter einen Fördermittelbescheid in Höhe von 10,86 Millionen Euro für ein zentrales Zukunftsprojekt am Volkswagen-Standort Zwickau überreicht. Er unterstützt damit den Aufbau der Kreislaufwirtschaft als neues strategisches Geschäftsfeld mit mehreren hundert Mitarbeitern.
Recycling, Remanufacturing und Second-Life-Anwendungen von Bauteilen sollen in Zwickau wissenschaftlich überwacht und ausgewertet werden. Von den Ergebnissen wolle man dann im gesamten VW-Konzern profitieren. Volkswagen hatte dazu angekündigt, in den kommenden Jahren bis zu 90 Millionen Euro in Umbauten, technische Anlagen sowie digitale und KI-gestützte Prozesse zu investieren.
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