Die Stimmung bei der Deutschen Bahn ist nach Einschätzung vieler Mitarbeitender so angespannt wie nie zuvor. Auf dem Eisenbahnertag in Nürnberg beschrieb Fernverkehrschef Michael Peterson die Arbeitsrealität als „kräftezehrende Knochenarbeit“, die das Personal unter erschwerten Bedingungen leiste.
Die Zahlen untermauern die Belastung: Im August erreichte der Fernverkehr eine Pünktlichkeitsquote von weniger als 58 Prozent. Als Ursachen gelten der als marode geltende Zustand der Schieneninfrastruktur sowie parallele Bauarbeiten an rund 28.000 Stellen im Netz.
Schutz vor Übergriffen im Arbeitsalltag
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) nutzte den Branchentreff, um vor „Rosinenpickerei“ durch private Wettbewerber im Bahnverkehr zu warnen. Gemeint ist damit, dass private Anbieter bevorzugt lukrative Strecken übernehmen, während weniger rentable Verbindungen bei der Deutschen Bahn verbleiben.
Zudem forderte die Gewerkschaft einen besseren Schutz der Beschäftigten vor Übergriffen im Arbeitsalltag. Konkrete Maßnahmen, wie dieser Schutz aussehen soll, nannte die EVG in dem Zusammenhang nicht.
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