Fernsehen

„Die totale Freakshow“: Heidi Klums „Heidifest“ bringt nicht nur Traditionalisten auf die Palme

Heidi Klum hat zur Einstimmung aufs Oktoberfest zum zweiten Mal ihre Vor-Wiesn-Party im Münchner Hofbräuhaus gefeiert. Viele RTL-Zuschauer fragen sich, was sie da eigentlich serviert bekamen.

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Mehr als zwei Stunden lang war Heidi Klum auf Sendung.

Mehr als zwei Stunden lang war Heidi Klum auf Sendung.

© Felix Hörhager/dpa

Noch bevor auf der Münchner Theresienwiese überhaupt die erste Maß Bier ausgeschenkt wurde, lud Deutschlands bekannteste Wahl-Amerikanerin auch in diesem Jahr wieder zum „Heidifest“.

Heidi Klum kündigte eine Mordsgaudi an, und für die Gastgeberin selbst war es das wahrscheinlich auch. In ein signalgelbes Dirndl geschnürt, begrüßte die 53-Jährige einen bunt zusammengewürfelten Strauß an Gästen, der so auch bei ihrem alljährlichen „Germany's Next Topmodel“-Finale aufgefahren werden könnte.

Im Münchner Hofbräuhaus wurde Klum – diesmal übertragen vom Sender RTL –  in einer Rikscha zu ihrer Vor-Wiesn-Party kutschiert, begleitet von ihrer Familie, gefolgt von Gästen wie Naomi Campbell, Nicole Scherzinger, Sarah Engels und Vicky Leandros.

Ein konzeptloses Vorglüh-Spektakel

Eine aufgekratzte, vogelwilde Melange willkürlich aneinandergereihter Programmpunkte, so könnte man das Format wohl zusammenfassen. Ein konzeptloses Vorglüh-Spektakel mit Neunzigerjahre-Vibes, das auf den Hype ums Oktoberfest aufsetzt und gleichzeitig keine Vermarktungsoption in eigener Sache auslässt.

Doch was sagen die Zuschauer? Zwei Tage vor dem offiziellen Anstich finden vor allem die bayerischen Traditionalisten wenig warme Worte für Klums Spektakel. „Ich als Münchnerin finde ich dieses Fest im Hofbräuhaus ehrlich gesagt ziemlich befremdlich und auch peinlich“, schreibt eine Beobachterin auf Social Media.

„Für mich hat das Ganze wenig mit bayerischer Tradition oder gelebter Münchner Kultur zu tun, sondern wirkt vielmehr wie eine große kommerzielle Inszenierung.“

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Dass Klums Kinder eine bayerische Tradition repräsentieren sollen, obwohl sie – mit Ausnahme von Tochter Leni – kaum Deutsch sprechen, wird von Usern als ziemlich widersprüchlich empfunden. „Das Hofbräuhaus und bayerische Tradition sind für mich mehr als Dirndl, Lederhosen und eine große Show.“

„Gerade in einer Zeit, in der dieses Land mit ganz anderen Problemen zu kämpfen hat, frage ich mich, warum daraus eine derartige Medien- und Vermarktungsveranstaltung gemacht werden muss“, so die Münchnerin, die auf Instagram kommentiert.

Heidi Klum mit Modelkollegin Naomi Campbell, die als DJ fungierte.

Heidi Klum mit Modelkollegin Naomi Campbell, die als DJ fungierte.

© Felix Hörhager/dpa

Andere Zuschauer fassen sich kürzer. „Die totale Freakshow“ oder „Fremdschämen ist noch untertrieben“ liest man in den Kommentaren zur Sendung.

Selbst ausgemachte Heidi-Klum-Fans sind nicht angetan: „Ich liebe Heidi seit ihrem Auftritt bei ‚Wetten, dass..?‘ damals. Aber ganz ganz schlimm zu RTL zu gehen. Warum? Schlechte Qualität, schlechte Sänger zum Teil. Es war Fremdschämen und unter Heidis Niveau leider. Letztes Jahr war es viel viel toller.“

Kein Quotenerfolg fürs „Heidifest“ und RTL

Im vergangenen Jahr wurde das „Heidifest“ noch von Klums „Germany's Next Topmodel“-Sender ProSieben übertragen. Diesmal sahen die Kameras von RTL mehr als zwei Stunden lang dabei zu, wie Musiker, die man lange nicht gesehen hat, ihre alten Hits sangen oder ihren Mund zum Playback bewegten.

Als eine „Verhöhnung der bayerischen Kultur“ wird Klums Sause auch in den Kommentarspalten ihres eigenen Accounts bezeichnet.

Auch quotenmäßig kann Klum keinen Erfolg feiern. Mit 780.000 Zuschauern fiel die Reichweite der Übertragung nur marginal höher aus als 2025 – das Plus betrug 10.000 Zuschauer, sodass unterm Strich ein Gesamt-Marktanteil von 4,0 Prozent stand.

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