Drogenkonsum

Zahl der Drogentoten springt auf Höchstwert – Viele sind jünger als 30

Mit 2150 Menschen, die 2025 in Deutschland an Drogenkonsum starben, ist ein neuer Höchstwert erreicht. Junge Menschen trifft es immer häufiger.

3 Min
Hendrick Streeck (CDU) ist Beauftragter der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen im Bundesministerium für Gesundheit.

Hendrick Streeck (CDU) ist Beauftragter der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen im Bundesministerium für Gesundheit.

© Michael Kappeler/dpa

In Deutschland sind im vergangenen Jahr 2150 Menschen an den Folgen von Drogenkonsum gestorben – so viele wie nie zuvor. Besonders auffällig ist der Anstieg bei jungen Konsumenten.

Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck (CDU), sprach bei der Vorstellung der Zahlen in Berlin von einem Rekordniveau. Im Jahr 2024 hatte es 2137 Drogentote gegeben.

Psychische Belastung? Junge Menschen immer häufiger betroffen

Fast jeder vierte der Verstorbenen war jünger als 30 Jahre. Seit 2021 stieg die Zahl der Todesfälle in dieser Altersgruppe um 52,6 Prozent auf 528, bei den unter 20-Jährigen hat sie sich mit 106 Fällen nahezu verdoppelt.

„Besonders erschüttert mich, dass die Opfer immer jünger werden“, sagte Streeck. Junge Menschen mischten Medikamente, Alkohol und andere Substanzen, ohne die Risiken zu überblicken. Beteiligt seien häufig Benzodiazepine, opioidhaltige Schmerzmittel und andere psychoaktive Arzneimittel. Als Gründe nannte Streeck psychische Belastungen und Krisen, aber auch Neugier und Übermut.

Mischkonsum in vier von fünf Fällen, mehr Kokain und Crack

Nach Angaben des Bundeskriminalamts lag in 81,5 Prozent der Todesfälle ein Konsum mehrerer Substanzen vor. Die meisten Todesfälle entfielen auf Vergiftungen mit Opiaten und Opioiden (1316), gefolgt von Kokain und Crack (769), Heroin und Morphin (708), psychoaktiven Medikamenten (696) sowie Substituten wie Methadon (611). Die Zahl der Todesfälle mit Beteiligung von Kokain und Crack hat sich seit 2021 mehr als verdoppelt.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Streeck verwies auch auf die Ausbreitung synthetischer Opioide. So gab es 118 Todesfälle mit Beteiligung von Fentanyl. „Wir sehen auf dem Markt Tabletten, die aussehen wie bekannte Medikamente, aber mit hochpotenten synthetischen Opioiden wie Nitazenen versetzt sind“, sagte er. Schon kleinste Mengen könnten tödlich sein.

Drogen oft nur noch „wenige Klicks entfernt“

Streeck forderte mehr Prävention, frühere Hilfe und ein Hilfesystem, das Betroffene rechtzeitig erreiche. „Wir haben in Deutschland ein gutes Suchthilfesystem, aber wir dürfen es nicht kaputtsparen“, sagte er mit Blick auf die angespannte Haushaltslage bei Bund und Kommunen. Gerade Jugendliche bräuchten ausreichend Entzugs- und Therapieplätze sowie Begleitung für Familien.

Der Drogenmarkt habe sich grundlegend verändert, sagte Streeck. „Drogen, gefälschte Medikamente und hochriskante Mischungen sind heute oft nur wenige Klicks entfernt.“ Die Bundesregierung erarbeite derzeit ressortübergreifend Maßnahmen, darunter ausgebaute Monitoring- und Frühwarnsysteme für synthetische Opioide.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner