Landespolitik

„Wollen doch sicher nicht als Feigling dastehen“: Wagenknecht fordert Höcke zum TV-Duell auf

Höcke bot Wagenknecht das Amt der Ministerpräsidentin an. Sie lehnt ab und fordert ein Duell mit dem Thüringer AfD-Chef.

4 Min
Parteigründerin Sahra Wagenknecht (BSW) richtet einen Appell an Björn Höcke.

Parteigründerin Sahra Wagenknecht (BSW) richtet einen Appell an Björn Höcke.

© Peter Gercke/dpa

Die BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht hat sich mit einem Video auf der Plattform X an den Thüringer AfD-Chef gewandt. Zuletzt bot Höcke Wagenknecht an, mit den Stimmen seiner Partei Ministerpräsidentin von Thüringen zu werden.

Statt einzuschlagen, fordert Wagenknecht Höcke zu jetzt einem Duell heraus – live, auf neutralem Boden, mit einem unparteiischem Moderator.

Was hat Höcke Wagenknecht angeboten?

In einem Video auf der Plattform X wandte sich Höcke direkt an die BSW-Gründerin. „Werden Sie Ministerpräsidentin des Freistaates Thüringen“, forderte er – gewählt mit den Stimmen der AfD.

Er knüpfte an eine Aussage Wagenknechts an, die Brandmauer-Politik sei gescheitert. Nun solle sie „staatspolitische Verantwortung“ übernehmen und beweisen, dass das BSW „keine Kartellpartei“ sei.

Ich reiche Ihnen die Hand“, sagte der Thüringer AfD-Chef. Handeln solle sie noch vor dem 6. September, an diesem Tag findet in Sachsen-Anhalt die Landtagswahl statt.

„Kein Wanderpokal“: Wie Wagenknecht kontert

Wagenknecht wies das Angebot als „weder ehrlich noch seriös“ zurück. Ihr zentraler Einwand: Höcke wisse genau, dass die Mehrheit der BSW-Abgeordneten im Thüringer Landtag inzwischen gegen den Bundesvorstand stehe – und sie deshalb gar nicht wählen würde.

Eine echte Lösung sei für sie nur ein überparteilicher Ministerpräsident, der in Thüringen lebe und dort verwurzelt sei. Zugleich forderte sie das BSW Thüringen erneut auf, Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) die Unterstützung zu entziehen.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Hätten AfD und BSW in Thüringen eine Mehrheit?

Rein rechnerisch wäre es knapp. Die AfD hält 32 der 88 Sitze im Thüringer Landtag, das BSW kommt auf 15 – zusammen 47 Stimmen, nötig für eine Mehrheit sind 45. Die regierende Brombeer-Koalition aus CDU, BSW und SPD bringt es dagegen nur auf 44 Sitze und hat keine feste Mehrheit.

Wagenknechts Gegenangebot – das öffentliche Duell

Statt des Ministerpräsidentenamts bot Wagenknecht Höcke ein Streitgespräch an.

Es solle „auf neutralem Boden und mit einem unparteiischen Moderator“ stattfinden; als Ausrichter nannte sie die Formate unscripted und Welt TV.

Inhaltlich will sie über ihren Vorschlag eines überparteilichen Ministerpräsidenten und die Unterschiede zwischen BSW und AfD sprechen.

Eine ähnliche Einladung von ihr an AfD-Chefin Alice Weidel war zuvor abgelehnt worden. „Also ich verstehe ja, dass Sie es mit den Altparteien und den Mainstream-Journalisten leichter haben. Die diffamieren die AfD auf so unqualifizierte Art, dass es fast schon kostenlose Werbung ist“, so Wagenknecht und bezieht sich dabei auf das aktuelle Cover des Spiegels mit dem AfD-Spitzenkandidaten für Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund.

Wagenknecht stichelte in Richtung Höcke: Gerade er, der so viel Wert auf Männlichkeit lege, wolle „doch sicher nicht als Feigling dastehen“.

Warum Höcke auf Sachsen-Anhalt zielt

Am 6. September wählt Sachsen-Anhalt. Dort hatte Wagenknecht signalisiert, ihr BSW könne einem AfD-Ministerpräsidenten in Magdeburg durch Enthaltung im entscheidenden Wahlgang zur Macht verhelfen. Ob das BSW überhaupt einzieht, ist offen: Laut pollytix-Umfrage liegt es bei vier Prozent, andere Erhebungen sahen zeitweise fünf.

Die AfD mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund erreicht 43 Prozent – ein neuer Höchststand –, die CDU kommt auf 23 Prozent.

Wagenknecht sagte zur Wahl in Sachsen-Anhalt: „Wir sollten reden über meinen Vorschlag eines überparteilichen Ministerpräsidenten, den Sie ja inzwischen auch gut finden. Und warum genau das auch in Sachsen-Anhalt eine gute Lösung wäre“. Es bräuchte keine absolute Mehrheit für die AfD, „um den CDU-Amtsinhaber in die Wüste zu schicken. Also vorausgesetzt, dass BSW kommt in den Landtag“.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner