Eigenheimzulage führt nicht zu massiver Zersiedelung

Förderung auf Prüfstand

Gunda Wöbken-Ekert
2 Min

BERLIN, 8. Oktober. Unter den Bundesländern ist ein heftiger Streit um die künftige Ausgestaltung der Eigenheimzulage entbrannt. Hintergrund der Auseinandersetzungen ist eine Untersuchung des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung über die Auswirkungen der Zulage. Die Bauministerkonferenz hatte die Studie in Auftrag gegeben, nachdem aus vielen Ländern, aus den Reihen der Grünen im Bundestag und auch aus dem Bundesfinanzministerium die Forderung laut geworden war, zumindest die Förderung für den Neubau zu kürzen. Mit dieser Förderung, so hieß es, unterstützte man nur die unerwünschte Zersiedelung der Landschaft. Der größte Teil der gezahlten Zuschüsse, so wurde vermutet, fließe in Neubauten.Kritik aus BerlinDoch nun haben die Ergebnisse der Untersuchung alle Beteiligten überrascht. Denn genau die Hälfte der Förderung zwischen 1996 und 2000 floss in den Umbau oder Kauf alter Häuser oder Wohnungen. Sogar in den neuen Bundesländern, in denen es Nachholbedarf an Eigenheimen gab, wurde mit 45 Prozent der Bestand gefördert. Damit sei bewiesen, dass das bisherige System, nach dem der Bau eines neuen Gebäudes doppelt so hoch gefördert werde wie der Kauf aus dem Bestand, die Menschen nicht animiere, sich ein Häuschen im Grünen zu bauen und damit die Gegend zu zersiedeln, argumentieren Flächenländer wie Baden-Württemberg und Bayern. Zumal die Studie festgestellt habe, dass die Neubauförderung besonders Familien mit Kindern zugute komme.Aus Nordrhein-Westfalen heißt es dagegen, die Studie zeige aber auch, dass die Städte nicht von der Förderung profitierten. Ein Vertreter Berlin nennt das System eine "Dorfförderung".

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