Die Stimmung im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion ist fast bei jedem Dynamo-Heimspiel nah am Siedepunkt. Bedingungslos peitschen die Fans ihre Mannschaft nach vorne, das Publikum gehört zu den emotionalsten in ganz Deutschland. Am Mittwochabend lief der Kessel fast über. Ohrenbetäubend war der Jubel der Anhänger über den 2:0 (0:0)-Erfolg gegen Bundesligist FC Schalke 04 in der zweiten Runde des DFB-Pokals.
Covic und Daferner erzielen die Tore
Die Sachsen, die drei Tage zuvor beim seinerzeit Tabellenletzten der 2. Bundesliga, Holstein Kiel, mit 0:3 unterlegen waren, haben sich überraschend – nicht sensationell – für das Achtelfinale qualifiziert. Über 90 Minuten war gegen favorisierte Gäste kein Klassenunterschied zu erkennen. Im Gegenteil: Dresden nahm nach einem ausgeglichenen ersten Durchgang mit Wiederanpfiff das Herz in die Hand und bezwang die Mannschaft von Trainer Miron Muslic verdient nach Toren von Patrice Covic (54.) und Christoph Daferner (88.).
Dynamo Dresden sichert sich nach Schalke-Coup 1,6 Millionen Euro
Bei Letzterem hatte Trainer Thomas Stamm ein glückliches Händchen bewiesen. Der 28-Jährige kommt in der laufenden Saison kaum noch zum Zug. In der Liga reichte es an den ersten Spieltagen nur zu vier Kurzeinsätzen, weil Stamm in der Sturmspitze auf Vincent Vermeij setzte. Daferner, der in der vergangenen Spielzeit noch sieben Tore zum späteren Klassenverbleib beigesteuert hatte, bleibt außer engagierten Trainingsleistungen gerade keine andere Wahl, als sich mit der Entscheidung seines Trainers abzufinden. Gegen Schalke war er dann auf den Punkt da. Zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit wuchtete er einen Eckball des ebenfalls eingewechselten Alexander Rossipal vor der heimischen Kurve zur Entscheidung ins Netz.
Christoph Daferner saß bei Dynamo Dresden zuletzt nur auf der Bank, erzielte nun sein erstes Saisontor.
© IMAGO/Paul Fritz
„Ich will heute die Jungs, die reingekommen sind, hervorheben. Es ist nicht nur Dafi, der das Tor macht. Diese Energie brauchen wir jede Woche, sie hilft uns, in solchen Spielen den Sack zuzumachen“, sagte Stamm mit Blick auf Daferner, Rossipal, aber auch Jakob Lemmer und Luca Herrmann. Mit Blick auf seinen einstigen Torjäger im Wartestand lobte Stamm in erster Linie nicht Daferners Tor, sondern dessen Anstrengungen im Defensivverhalten: „Für mich ist es noch viel wichtiger, mit welcher Intensität er gegen den Ball gearbeitet hat.“
1,6 Millionen Euro Pokaleinnahmen
Der Einzug in die Runde der letzten 16 Mannschaften bescherte dem Verein vom DFB eine Summe in Höhe von 912.755 Euro. Insgesamt hat Dynamo durch den diesjährigen Pokalwettbewerb bereits knapp 1,6 Millionen Euro eingenommen. Ein Geldregen, den der Coup gegen Schalke möglich gemacht hat.
Die Reise soll damit natürlich noch lange nicht zu Ende sein. Fünf weitere Zweitligisten sind noch im Lostopf, zehn Erstligisten. Der Gegner wird am Sonntag (ab 19.15 Uhr) im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund gezogen. Markus Gaugisch, Trainer der deutschen Handball-Nationalmannschaft der Frauen, wird aus Dynamo-Sicht bei den Paarungen hoffentlich ein glückliches Händchen beweisen.
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Ganz wichtig ist knapp sechs Stunden zuvor allerdings auch das Kellerduell in der 2. Bundesliga bei Hannover 96. Ab 13.30 Uhr versucht Dynamo den ersten Auswärtssieg der Saison zu holen. Gelingt das, könnte es beim Gegner den ganz großen Knall geben. Manager Jonas Boldt und der gerade erst verpflichtete Trainer Sandro Wagner stehen nach einer bislang katastrophalen Saison arg in der Kritik. Über eine rasche Ablösung des Duos gibt es nicht erst seit der 0:2-Pokalniederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern Gerüchte.
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