Jürgen Milski nimmt mal wieder kein Blatt vor den Mund; dafür ist der Entertainer und Schlagersänger ohnehin nicht bekannt. Der 62-Jährige eckte in Fernsehshows wie „Promi Big Brother“ ordentlich an und sagt auch sonst gern frei heraus, was er denkt.
Das erstreckt sich auch aufs Politische, was insofern bemerkenswert ist, dass die Schlager-Party-Welt, in der Milski unterwegs ist, oft oberflächlich als heile Welt und reine Unterhaltung daherkommt.
Doch mehr als 300.000 Social-Media-Follower und reges Kommentarverhalten auf seinen Kanälen sprechen eine deutliche Sprache: Jürgen Milski, dessen Karriere vor 26 Jahren als Publikumsliebling in der ersten deutschen Staffel von „Big Brother“ begann, wird gehört.
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Fährt das Land gegen die Wand?
Schon vor den Wahlen in Sachsen-Anhalt sorgte ein Video, in dem Milski eine Umfrage zur (Un-)Zufriedenheit mit der Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz zum Anlass nahm, ein paar unbequeme Fragen zu stellen, für Aufsehen. Der Clip ging in Windeseile viral.
So ist es nun auch nach der Landtagswahl, bei der die AfD bekanntlich mit 43,8 Prozent stärkste Kraft geworden ist und die CDU nur 17,2 Prozent erreichte. Milskis aktueller Clip dazu hat innerhalb weniger Stunden Zehntausende Likes bei Instagram und Facebook erhalten.
Der Entertainer regt sich aktuell darüber auf, wie die Union und der Bundeskanzler auf die Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt reagieren. „Einfach unglaublich, diese Arroganz und Ignoranz der CDU-Politiker“, findet Milski. Und fügt hinzu: „Statt das Wahlergebnis ernsthaft zu reflektieren und sich selbst zu hinterfragen, hält Merz – wie man heute in Interviews gesehen hat – weiterhin unbeirrt an seinem politischen Kurs fest. Bravo!!!“
In Polit-Talks sei oft nur davon die Rede, dass man die AfD bekämpfen müsse, so Milski. Seiner Meinung nach sei die Partei aber vor allem deswegen gewählt worden, „weil die Bundesbürger Angst haben, dass unsere Regierung dieses Land gerade mit 250 Stundenkilometern gegen die Wand fährt“.
Die Menschen, die den Laden am Laufen hielten und jeden Tag zur Arbeit müssten, zahlten an der Tankstelle gerade 2,50 Euro für den Liter Sprit, so der Sänger weiter. „Vielleicht sollte die CDU sich mal Gedanken machen, etwas zu ändern und nicht Millionen für Fahrradwege in Peru oder dafür ausgeben, damit so ein Krieg weiterläuft.“
Eine schallende Ohrfeige für die CDU
Durch diese Politik sei die AfD stark geworden. Besonders Bundeskanzler Friedrich Merz bekommt von Jürgen Milski sein Fett weg. In einem weiteren Clip sagt der 62-Jährige, das desaströse Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt sei „eine schallende Ohrfeige für die CDU“ – aber Merz zeige keine Selbstkritik, keine Einsicht und kein Umdenken. „Er stellt sich hin, erzählt den Menschen immer neue Märchen und will einfach genauso weitermachen wie bisher.“
Merz hatte im Nachgang der Wahl zwar „die schwerste Wahlniederlage, die die CDU seit Jahren, seit Jahrzehnten eingefahren hat“, eingeräumt. Gleichzeitig bekräftigte er seine Entschlossenheit, den eingeschlagenen Reformkurs fortzusetzen und erklärte, die Reformen müssten dabei aber den Menschen besser erklärt werden.
In der Vergangenheit hatte Merz als Oppositionsführer seinem Amtsvorgänger Olaf Scholz (SPD) und der damaligen Ampel-Regierung wiederholt die Schuld beziehungsweise Verantwortung für den Aufstieg der AfD gegeben.
Er habe Scholz schon für den schlechtesten Kanzler Deutschlands gehalten, sagt Milski dazu. Aber Merz habe nach wie vor die Ängste und Nöte der Bürger nicht verstanden, er fahre das Land „in den Abgrund“, findet Milski. Eigentlich müsse der Bundeskanzler sein Amt zur Verfügung stellen, denn so könne es nicht weitergehen.
In den Kommentaren zu Milskis Videos mischen sich Zuspruch und Resignation. „Du hast sowas von recht“, schreibt eine Followerin. „Aber die CDU merkt immer noch nichts.“ Ein anderer vielbeachteter Kommentar lautet: „Bin absolut deiner Meinung. Das Versagen der Altparteien hat die AfD stark gemacht. Als ich heute die Rede vom Kanzler gehört habe, habe ich auch schon wieder die pure Wut bekommen, dass er das Rententhema und diverse andere Themen durchsetzen will. Ich bin echt sprachlos über so viel Ignoranz.“
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