Kino

„Eiserne Wildnis“: Brad Pitt im harten Überlebenskampf in Alaska

Im Film von David Ayer sind ein Kriegsveteran und sein Hund der Wildnis ausgesetzt – schaffen es beide lebend raus?

Ben Bruinier
Ben Bruinier
4 Min
Der ehemalige Militäroffizier (Brad Pitt) und sein Hund Odin sind unzertrennlich.

Der ehemalige Militäroffizier (Brad Pitt) und sein Hund Odin sind unzertrennlich.

© Filmstars

Brad Pitt, die Wildnis von Alaska und der pure Überlebenskampf. Das sind die Eckdaten des neuen Mega-Produkts aus Hollywood. Klingt nach einer spannenden Angelegenheit für alle Abenteuer-Kino-Liebhaber. Dazu kommt noch ein Bonus in jeglicher Hinsicht: ein Hund.

David Ayer führte Regie bei „Eiserne Wildnis“ oder im Original „Heart Of The Beast“. Er ist bekannt für seine berühmten Action-Drehbücher wie „Suicide Squad“, „Bright“ oder „The Beekeeper“. Nun holte er sich mit Brad Pitt zum zweiten Mal den Hollywood-Star schlechthin an seine Seite.

Zwei Soldaten in Rente

Es geht um den ehemaligen Offizier James Belmont (Brad Pitt) und seinen Kumpan, den Militärhund Odin. Die beiden sind nicht mehr im Dienst und verbringen ihre Rente still und abgelegen in der Wildnis von Alaska.

Die Entspannung hat allerdings schnell ein Ende, als ein starkes Unwetter aufzieht. Sie beladen ihr Propellerflugzeug und fliegen in den Sturm. Es kommt zu einem verheerenden Flugzeugabsturz, bei dem Odin aus dem Fenster gezogen wird und Belmont samt Maschine ins Wasser kracht.

Auf wundersame Weise überleben beide den Absturz. Der richtige Kampf fängt jedoch jetzt erst an. Der Ex-Offizier steht unter starken Schmerzen und beide werden nachts von Albträumen ihrer traumatisierenden Zeit im Krieg heimgesucht.

Die Aufgabe ist trotzdem klar. Etwa 80 Kilometer Wildnis trennen sie von der Zivilisation. Ein Weg, der sich als knallharter Kampf ums Überleben entpuppt.

Durch die Eröffnungsszene sichert David Ayer den Zuschauern ab, dass Odin, der tapfere Militärhund, überlebt. Odin steht alleine auf einer einsamen Straße und wird von einer Frau gefunden. Dann wird „eine Woche zuvor“ eingeblendet und die wilde Fahrt geht los.

Ein Abenteuer mit allen Klischees

David Ayer lässt den Überlebenskampf von Pitt genau so aussehen, wie man es sich vorstellt. Hochdramatische Action-Szenen und spärliche Dialoge. Der Fokus liegt ganz klar darauf zu zeigen, wie tapfer und hart im Nehmen die beiden Helden sind.

Und was sie nicht alles zu zweit durchmachen: Eine Grizzlybär-Attacke, einen Kampf mit einem Wolfsrudel oder eine Überquerung eines reißenden Flusses. Überall erwarten sie Gefahren.

Es schadet sicherlich nicht, ein wenig Fantasie mit ins Kino zu bringen. Mit einem zu großen Glaubwürdigkeitsanspruch würde man sich doch oft während des Films fragen, wie realistisch nun wirklich die zahlreichen Manöver von Herrn James Belmont sind.

Aber: Die Tiere, denen sie begegnen, sind so eindeutig und überspitzt mit CGI erstellt, dass einem nichts anderes übrig bleibt, als die wirklich atemberaubende und vor allem echte Natur hervorzuheben, die man zu bestaunen bekommt. Deswegen ist eine der ersten Szenen, der Flug über Alaskas Gletscherlandschaften, wohl eine meiner liebsten Schnitte des ganzen Films.

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Freund, Helfer – und Retter?

Der Akteur, der in diesem Film am meisten heraussticht, ist Odin, der deutsche Schäferhund. Mit Beinprothese und Titangebiss ist er gezeichnet von seiner Zeit im Kriegsdienst. Odin wird tatsächlich von drei verschiedenen echten Hunden gespielt, vielleicht fällt seine Authentizität auch deswegen besonders auf.

Eine der zahlreichen Streicheleinheiten für den mutigen Hund Odin.

Eine der zahlreichen Streicheleinheiten für den mutigen Hund Odin.

© Filmstarts

Für Hundeliebhaber stellt er auf jeden Fall den spannendsten Kniff des Films dar. Man wird automatisch Fan von dem treuen Tier und hofft deswegen umso mehr für ihn und sein Herrchen.

Dieses Herrchen ist ein Kriegsveteran durch und durch: kräftig, mutig und bloß nicht emotional. Der wortkarge Brad Pitt gibt deswegen kein gutes Bild ab. Als einziger Mensch in vielen Szenen wirkt er nicht ausdrucksstark und fast etwas verloren. Er hat niemanden, mit dem er interagieren kann. Auch sein geliebter Hund kann ihm da nicht helfen.

Kein Platz für Gefühle

Die Beziehung zwischen dem früheren Soldaten und dem Tier wird stark emotionalisiert. Ohnehin ist eine Hund-Herrchen-Freundschaft etwas, was schnell auf die Tränendrüse drückt. Und wenn die Bilder nicht reichen, wird ergreifende Streichermusik von Jared Michael Fry wohl dafür sorgen.

„Eiserne Wildnis“ gibt für Zuschauer, die für Action und Überlebenskampf ins Kino gehen, ein paar ruppige und spannende Szenen her. Wer nach Tiefgründigkeit sucht, ist hier aber fehl am Platz. Klar, die Beziehung zwischen Hund und Mensch ist etwas Ergreifendes, erst recht vor dem emotionalen Hintergrund der Kriegserfahrung – aber das ist auch schnell erzählt.

Eiserne Wildnis. USA 2026, 101 Minuten, Regie: David Ayer, mit Brad Pitt, J.K. Simmons u.a.

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