Sachsen-Anhalt

Historisches Niedrigwasser an der Elbe: Diese Prognose macht Fachleute nervös

Die Elbe in Magdeburg schrumpft weiter. Der Pegel lag am Freitag bei nur 46 Zentimetern. Ab Montag könnte der Rekord fallen.

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Elbe Niedrigwasser Magdeburg: Der Pegel Strombrücke könnte kommende Woche einen neuen historischen Tiefstand erreichen.

Elbe Niedrigwasser Magdeburg: Der Pegel Strombrücke könnte kommende Woche einen neuen historischen Tiefstand erreichen.

© Thomas Nawrath

Das Elbe Niedrigwasser bei Magdeburg spitzt sich zu. Am Pegel Magdeburg-Strombrücke wurde am Freitagmorgen ein Wasserstand von 46 Zentimetern gemessen, bis zum Abend könnte er auf 45 Zentimeter zurückgehen. Das teilte die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes mit. Damit rückt ein neuer historischer Tiefstand in greifbare Nähe.

Für alle, die an oder von der Elbe leben, für die Schifffahrt und für den Tourismus in der Region, ist das eine ernste Entwicklung. Schätzungen zufolge könnte der bisherige Tiefststand bereits ab Montagmittag unterschritten werden. Der Grund ist eine anhaltend warme und niederschlagsarme Witterung, die laut Bundesanstalt für Gewässerkunde in allen deutschen Stromgebieten für extrem niedrige Wasserstände sorgt.

Wie tief kann die Elbe in Magdeburg noch sinken?

Der bisherige Tiefststand am Pegel Magdeburg-Strombrücke liegt bei 45 Zentimetern. Er wurde nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Elbe (WSA) im Sommer 2019 als Tagesdurchschnittswert erreicht.

Nun könnte dieser Wert erneut unterboten werden. Schätzungen gehen davon aus, dass der Pegel ab Montagmittag auf 44 Zentimeter fallen könnte.

Das Informationsportal ELWIS reicht mit seiner Prognose sogar noch weiter: Bis zu 39 Zentimeter Wasserstand am Pegel Magdeburg-Strombrücke könnten am späten Dienstagabend erreicht werden. Solche Prognosen sind allerdings mit Vorsicht zu lesen, da sich kurzfristige Werte rasch ändern können.

Warum sinkt der Wasserstand so stark?

Der Wasserstand der Elbe hängt vor allem von Niederschlägen ab. Ein großer Teil des Wassers stammt aus dem tschechischen Einzugsgebiet von Moldau und Elbe und kommt mit mehreren Stunden Verzögerung in Deutschland an.

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Die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) erklärt in ihrem jüngsten Niedrigwasser-Update, die überwiegend warme und niederschlagsarme Witterung sorge in allen deutschen Stromgebieten für extrem niedrige Wasserstände und Abflüsse. Die Tendenz sei weiterhin sinkend.

Die Lage setzte in diesem Jahr ungewöhnlich früh ein. Bereits am 1. Juli 2026 lag der Pegel Magdeburg-Strombrücke bei 48 Zentimetern und damit 24 Zentimeter unter dem mittleren Niedrigwasserstand. Die BfG ordnete das als fast wieder erreichte Extremwerte des Vorjahres ein – rund zehn Tage früher als 2025.

Meteorologischer Hintergrund: fünfter zu trockener Monat in Folge

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat den Sommer 2026 als außergewöhnlich eingeordnet. Der Juni war laut DWD der zweitwärmste seit Messbeginn und endete mit einer historischen Hitzewelle.

Im Juli fielen deutschlandweit nur rund 40 Liter pro Quadratmeter Niederschlag statt der üblichen 87 Liter im Mittel der Jahre 1991 bis 2020. Es war damit der fünfte zu trockene Monat in Folge.

Auch aus dem tschechischen Oberlauf kommt weiterhin Stützwasser, doch auch dort ist die Lage angespannt. Laut BfG profitiert die Elbe weiter von der Niedrigwasserstützung durch große tschechische Talsperren an Moldau und Eger.

Folgen für die Schifffahrt in Magdeburg

Für die Schifffahrt ist der Pegelwert nicht identisch mit der nutzbaren Fahrrinnentiefe, weil Pegelnullpunkt und Gewässersohle nicht zusammenfallen. Das WSA setzte wegen des Niedrigwassers auf der Elbestrecke 5 die Verkehrssicherungspeilungen aus.

Auch der Tourismus ist betroffen. Aufgrund des niedrigen Wasserstands musste die „Weiße Flotte“ Magdeburg ihre touristischen Ausflugsfahrten komplett vom Elbe-Anleger Petriförder zum Schiffshebewerk Rothensee am Mittellandkanal verlegen. Das betrifft auch das Event „Riverside at Night“ am kommenden Samstag, bei dem Besucher sonst bequem über die Elbe von Location zu Location kommen können.

Martin Gellner vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Elbe zeigte sich besorgt: „Ich hoffe nicht, dass wir den Tiefststand von 44 cm unterschreiten, aber im Moment sieht es nicht so gut aus.“

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