In Erfurt lässt die Stadt an ausgewählten Stellen zusätzliche Piktogramme und Markierungen auf den Straßenbelag aufbringen, die Radfahrer an die vorgeschriebene Fahrtrichtung erinnern sollen. Die Hinweise kommen an Abschnitte, an denen besonders häufig entgegen der Fahrtrichtung gefahren wird, wie die Stadtverwaltung Erfurt am Freitag mitteilte.
Gefährlich wird das sogenannte Geisterradeln vor allem an Einmündungen und Grundstückszufahrten. Autofahrer, die aus einer Seitenstraße oder einem Grundstück auf eine Vorfahrtstraße einbiegen, schauen beim Heranfahren meist zuerst nach links. Einen Radfahrer, der auf der linken Straßenseite von rechts entgegenkommt, übersehen sie dann leicht. „Wer entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung fährt, bringt nicht nur sich selbst, sondern auch andere Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer in erhebliche Gefahr. Gerade an Einmündungen und Grundstückszufahrten können Radfahrende dadurch leicht übersehen werden. Wir möchten deshalb für dieses Risiko sensibilisieren und mit gezielten Hinweisen im Straßenraum zu einem sicheren Miteinander beitragen“, sagt Dirk Büschke, Radverkehrsbeauftragter der Stadtverwaltung.
Radwege dürfen grundsätzlich nur in der vorgeschriebenen Richtung befahren werden. Beide Richtungen sind nur erlaubt, wenn ein Schild das ausdrücklich freigibt. Wer unerlaubt auf der falschen Seite fährt, muss je nach Situation mit einem Verwarnungs- oder Bußgeld rechnen.
Katholische Kirche in Thüringen: Abschlussbericht nennt Beschuldigte für Missbrauch
Rebekah Rota wird Intendantin am Theater Erfurt: „Ein Theater, das mutig ist“
Die Stadt verweist zudem auf ein Forschungsvorhaben der Fachhochschule Erfurt, das sich mit dem Verhalten von Radfahrern und der Radinfrastruktur im Stadtgebiet befasst. Die Fachhochschule Erfurt hat auf ihrer Projektseite ein Forschungsprojekt mit dem Titel „Geisterradeln“ dokumentiert, das über 36 Monate bis März 2021 lief und aus Mitteln des Nationalen Radverkehrsplans 2020, vom Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft sowie von der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Kommunen in Thüringen finanziert wurde. Ob die Stadt genau dieses Projekt oder eine Fortführung meint, geht aus ihren Angaben nicht hervor.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]