Der Hauptausschuss der Stadt Erfurt hat Rebekah Rota zur künftigen Intendantin des Theaters Erfurt bestimmt. Die in Los Angeles geborene Sopranistin tritt das Amt am 1. August 2028 an. Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur ist sie damit die erste Frau an der Spitze des Hauses. Ihr Vertrag läuft zunächst über fünf Spielzeiten bis 2032/33. Als Intendantin am Theater Erfurt übernimmt sie zugleich die künstlerische Werkleitung – und bringt eine klare Vorstellung davon mit, wie sich ein Stadttheater öffnen lässt.
Von der Sopranistin zur Opernintendantin: Rotas Weg führte über mehrere deutsche Bühnen. Nach Stationen an den Landesbühnen Sachsen und am Badischen Staatstheater Karlsruhe leitet sie seit 2023 als Opernintendantin die Wuppertaler Bühnen. Dort fiel sie mit wiederentdeckten Werken und Musik von Komponistinnen auf. Zwei ihrer Produktionen wurden für die International Opera Awards nominiert.
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Rotas Vision für Erfurt: „Ein Theater, das mutig ist“
Für ihre neue Aufgabe hat Rota klare Vorstellungen. „Theater lebt davon, dass es sich immer wieder neu erfindet: künstlerisch, gesellschaftlich und vor allem im Dialog mit seinem Publikum“, sagt sie. Sie wünsche sich „ein Theater, das mutig ist, Fragen stellt, neue Zugänge eröffnet und zugleich ein Ort bleibt, an dem Menschen große künstlerische Erlebnisse miteinander teilen“.
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MehrDer zuständige Beigeordnete Steffen Linnert, der das Auswahlverfahren verantwortete, hebt ihre Fähigkeit hervor, Menschen für Veränderungen zu gewinnen. An ihrer derzeitigen Wirkungsstätte in Wuppertal öffnete Rota das Haus gezielt für neues Publikum. Die von ihr aufgebauten Opernclubs für Kinder und Jugendliche wuchsen um rund 120 Prozent. Mit sogenannten „Sound Shirts“ macht sie Musik für gehörlose Besucher körperlich erfahrbar.
Reaktion aus Wuppertal: „Ein großer Verlust“
In Wuppertal fällt der Abschied von der beliebten Opernchefin schwer. „Dass Rebekah Rota Wuppertal 2028 in Richtung Erfurt verlässt, ist ein großer Verlust für unsere Stadt“, sagt der SPD-Landtagsabgeordnete Andreas Bialas laut Wuppertaler Rundschau. Rota habe sich „an vielen Stellen für Frauen eingesetzt“ – etwa mit selten gespielten Werken von Komponistinnen wie Ethel Smyths Oper „Der Wald“ und mit gezielt beauftragten Regisseurinnen.
Nicht nur die künstlerische Leitung wechselt. Ulrich Jagels tritt bereits zum 1. Dezember 2026 als neuer kaufmännischer Werkleiter an. Der Diplom-Kaufmann arbeitete zuvor unter anderem für die Bayreuther Festspiele, die Oper Leipzig und das Schleswig-Holstein-Musik-Festival. Bis Rota übernimmt, bleibt Christian Illgen Intendant. Er will den Übergang gemeinsam mit seiner Nachfolgerin vorbereiten und dabei Raum für ihre Ideen lassen. „Ein gelungener Übergang ist schließlich auch eine große Chance für die zukünftigen Wege des Hauses“, sagt Illgen.
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