Luftverkehr

Neue Welle von Bombendrohungen in Europa – Kampfjets begleiten Passagierflugzeuge

Erneut müssen Flugzeuge ausweichen oder nach der Landung kontrolliert werden. Zwei Drohungen gegen Flüge nach Rom kamen offenbar aus derselben E-Mail.

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Passagiere verlassen am 5. November die Aer-Lingus-Maschine auf dem Militärflugplatz Évreux-Fauville. Der Flug von Dublin nach Rom wurde nach einer Bombendrohung umgeleitet.

Passagiere verlassen am 5. November die Aer-Lingus-Maschine auf dem Militärflugplatz Évreux-Fauville. Der Flug von Dublin nach Rom wurde nach einer Bombendrohung umgeleitet.

© Guillaume Saligot/AFP

Eine neue Serie von Bombendrohungen hat am Donnerstag den Flugverkehr in mehreren europäischen Ländern gestört. Maschinen wurden umgeleitet, von Kampfjets begleitet oder vor dem Start gestoppt. Betroffen waren unter anderem Flüge von Aer Lingus, Finnair, Ryanair, Wizz Air und LOT. Zunächst bestätigte sich laut Reuters keine der Drohungen.

Ein Airbus A320 von Aer Lingus auf dem Weg von Dublin nach Rom wurde zum französischen Militärflugplatz Évreux umgeleitet. Die Maschine landete sicher. Nach Angaben der irischen Tageszeitung Irish Examiner waren 151 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder an Bord. Die Fluggesellschaft sprach von einer vorsorglichen Sicherheitsmaßnahme.

Auch ein Finnair-Flug von Helsinki nach Rom erhielt eine Bombendrohung. Italienische Kampfjets begleiteten ihn bis zur Landung in Fiumicino gegen 9.30 Uhr. Bei den anschließenden Kontrollen wurde laut der Nachrichtenagentur AP nichts Auffälliges gefunden. Ein weiterer betroffener Finnair-Flug von Helsinki nach Wien landete regulär an seinem Ziel.

Eine E-Mail bedrohte zwei Flüge nach Rom

Die Drohungen gegen die Verbindungen Dublin–Rom und Helsinki–Rom gingen offenbar auf dieselbe anonyme E-Mail zurück. Das berichtete der italienische öffentlich-rechtliche Sender Rai News unter Berufung auf Ermittler. Die auf Italienisch verfasste Nachricht sei am frühen Morgen beim Flughafenbetreiber und weiteren Unternehmen am römischen Flughafen eingegangen.

In Bulgarien waren drei Ryanair-Flüge mit Ziel Sofia betroffen. Maschinen aus Madrid und Kopenhagen landeten sicher in der Hauptstadt, ein Flug aus London-Stansted wurde nach Plowdiw umgeleitet. Das bulgarische Verteidigungsministerium meldete die Aktivierung von Luftwaffenbesatzungen wegen der Drohungen.

Die tschechische Polizei berichtete von Drohungen gegen vier Flugzeuge mit Ziel Prag. Sie bewertete deren Glaubwürdigkeit als gering, veranlasste aber Kontrollen durch Sprengstoffexperten. Der übrige Flughafenbetrieb wurde laut dem Nachrichtenportal des tschechischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks iROZHLAS nicht eingeschränkt.

Zweite Drohungsserie innerhalb weniger Tage

Ein Wizz-Air-Flug von Mailand nach Warschau wich nach Wien aus. LOT meldete, dass ein Flug von Warschau nach Brüssel sicher gelandet sei und keine verdächtigen Gegenstände gefunden worden seien. Eine weitere LOT-Maschine nach Paris wurde beim Rollen zum Start gestoppt. Die Passagiere wechselten vorsorglich das Flugzeug, berichtete Reuters.

Bereits am Dienstag hatten Bombendrohungen gegen mindestens sieben Flugzeuge und ein Kreuzfahrtschiff Sicherheitsmaßnahmen ausgelöst. Sprengsätze wurden dabei nicht entdeckt. Wer hinter der neuen Serie steckt und ob sämtliche Vorfälle zusammenhängen, war zunächst offen.

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