Der Automobilzulieferer Weber Magdeburg GmbH ist in existenzielle Schwierigkeiten geraten. Hauptauftraggeber Porsche hat nach Angaben der IG Metall angekündigt, bis Ende September alle Aufträge aus Magdeburg abzuziehen. Damit ist ein weiterer Zulieferer in Sachsen-Anhalt in Bedrängnis gekommen.
Den Beschäftigten sei mitgeteilt worden, dass zum 1. Oktober 2026 ein Insolvenzverfahren eingeleitet werden solle, teilte die Gewerkschaft mit. Am Standort Magdeburg stünden dadurch 140 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Betroffen seien zudem die Werke im baden-württembergischen Markdorf und Neuenbürg.
Gewerkschaft kündigt Widerstand an
„Wir werden diese Entwicklung nicht kampflos hinnehmen. Die Beschäftigten haben über Jahrzehnte hervorragende Arbeit geleistet und ihren Beitrag zum Erfolg des Unternehmens erbracht“, hieß es in der Mitteilung der IG Metall. Von allen Beteiligten werde erwartet, dass sie ihrer Verantwortung gerecht würden.
Bereits im Jahr 2004 habe das Magdeburger Werk vor dem Aus gestanden, berichtete der MDR. Damals sei es nach einer fast zwei Monate dauernden Mahnwache gelungen, die Schließung abzuwenden.
Weitere Zulieferer in Sachsen-Anhalt betroffen
Weber ist nach Angaben des MDR nicht das einzige Unternehmen der Branche im Bundesland, das in Schwierigkeiten steckt. In den vergangenen Monaten seien auch Boryszew in Gardelegen, Bohai Automotive sowie die Schlote-Gruppe aus dem Harz in die Insolvenz gerutscht. Beim Zulieferer Bohai Trimet verhandele der Insolvenzverwalter mit möglichen Investoren.
Die Branche steht nach Darstellung des MDR im Zuge des Wandels von Verbrenner- zu Elektromotoren unter Anpassungsdruck.
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