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Chefin von Europäischer Zentralbank Lagarde tritt vorzeitig zurück – Wechsel nach Davos?

Die Nachfolge an der Spitze der europäischen Notenbank muss neu geregelt werden. Seit Wochen gibt es Spekulationen über einen neuen Job.

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EZB-Präsidentin Christine Lagarde am 14. Oktober 2026 bei der Jahrestagung von IWF und Weltbank in Bangkok.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde am 14. Oktober 2026 bei der Jahrestagung von IWF und Weltbank in Bangkok.

© Anthony Wallace/AFP

Christine Lagarde tritt vorzeitig als Präsidentin der Europäischen Zentralbank zurück. Sie werde ihr Amt am 7. Februar 2027 niederlegen, teilte die EZB am Donnerstag mit. Lagarde habe den EZB-Rat und den Präsidenten des Europäischen Rates, António Costa, über ihre Entscheidung informiert. Ihre Amtszeit hätte regulär erst am 31. Oktober 2027 geendet.

Einen Grund für den Rücktritt nannte die Notenbank in der Mitteilung nicht. Der EZB-Rat habe Lagarde herzlich gedankt und ihr lang anhaltenden Beifall gespendet. Die Französin führt die Zentralbank seit November 2019.

Spekulationen über Wechsel zum Weltwirtschaftsforum

Seit Monaten wird über einen vorzeitigen Abschied Lagardes spekuliert. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete am 15. Oktober unter Berufung auf vier mit den Vorgängen vertraute Personen, das Weltwirtschaftsforum könnte sie bereits im November zu seiner nächsten Vorsitzenden wählen. Dessen Stiftungsrat soll am 2. November zusammenkommen.

Einen solchen Wechsel bestätigt die EZB-Mitteilung nicht. Lagarde hatte zuletzt erklärt, sie werde 2027 noch im Amt sein, einen Abschied einige Monate vor dem regulären Ende ihrer Amtszeit aber nicht ausgeschlossen.

Nachfolge vor Frankreichs Präsidentschaftswahl regeln

Bereits im Februar hatte die Financial Times unter Berufung auf eine Lagarde nahestehende Person berichtet, sie wolle vor der französischen Präsidentschaftswahl im Frühjahr 2027 ausscheiden. Dadurch könnten Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzler Friedrich Merz die Nachfolge noch vor einem möglichen Wahlsieg der französischen Rechtsnationalen maßgeblich mitbestimmen.

Als mögliche Nachfolger Lagardes gelten laut Reuters der frühere niederländische Notenbankchef Klaas Knot und der ehemalige spanische Zentralbankpräsident Pablo Hernández de Cos. Die Ernennung übernimmt der Europäische Rat nach dem im EU-Vertrag vorgesehenen Verfahren, wie die EZB mitteilte.

Was Lagarde und die EZB entscheiden

Die EZB soll vor allem für stabile Preise im Euroraum sorgen. Ihr Inflationsziel liegt mittelfristig bei zwei Prozent. Gemeinsam mit den nationalen Zentralbanken der Eurostaaten gestaltet sie die Geldpolitik. Über ihre Leitzinsen beeinflusst sie unter anderem, wie teuer Kredite für Banken, Unternehmen und private Haushalte sind.

Lagarde leitet als Präsidentin die Sitzungen des EZB-Rats und vertritt die Notenbank nach außen. Sie erläutert geldpolitische Entscheidungen und die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage. Über die Leitzinsen entscheidet sie gemeinsam mit den übrigen Mitgliedern des EZB-Rats. Dazu gehören das Direktorium und die Präsidenten der nationalen Zentralbanken der Eurostaaten.

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