In Potsdam ist der Anteil der Menschen mit Migrationsgeschichte auf fast ein Fünftel gestiegen. Aktuell lebten rund 37.450 Menschen mit Migrationsgeschichte in der brandenburgischen Landeshauptstadt, teilte die Stadtverwaltung am Freitag bei der Veröffentlichung des aktuellen Migrationsmonitors mit. Damit hätten rund 20 Prozent der 188.000 Einwohner eine eigene oder familiäre Migrationserfahrung. Im Jahr 2010 lag der Anteil noch bei 7,5 Prozent.
Die Zahl der Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit stieg laut Stadt seit 1991 von rund 1100 auf mehr als 25.000 Personen. Die Zahl der Einbürgerungen erhöhte sich auf 639 im Jahr 2025 – mehr als viermal so viele wie noch 2016.
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Wachstum durch Flucht und Hochschulen
Besonders stark gewachsen seien in den vergangenen Jahren die Gruppen aus der Ukraine und Syrien, hieß es. Neben den internationalen Fluchtbewegungen sei die Entwicklung auch auf die zunehmende Internationalisierung des Wissenschafts- und Hochschulstandorts Potsdam zurückzuführen. Im Wintersemester 2024/25 waren 7015 internationale Studierende an Potsdamer Hochschulen eingeschrieben, das entspricht 23,1 Prozent aller Studierenden. 2015/16 lag der Anteil noch bei rund zehn Prozent.
Unterrepräsentation in politischen Gremien
Menschen mit Migrationshintergrund sind dem Bericht zufolge in politischen Gremien und Teilen der Verwaltung weiterhin unterrepräsentiert. In der Stadtverordnetenversammlung verfügten lediglich drei von 56 Mitgliedern über eine entsprechende Biografie – ein Anteil von 5,4 Prozent.
Ungleichheiten zeigt das Monitoring auch beim Zugang zu Wohnraum, Bildung und Arbeitsmarkt. So müssten 40 Prozent der Haushalte mit Migrationshintergrund mehr als ein Drittel ihres Einkommens für Miete aufwenden, bei nichtmigrantischen Haushalten seien es 31,1 Prozent. Deutsche Kinder besuchten laut Bericht zudem fast doppelt so häufig ein Gymnasium wie nichtdeutsche Kinder.
Mehr rechte Angriffe registriert
Auch Diskriminierungs- und Rassismuserfahrungen blieben ein relevantes Thema. Nach Angaben der Initiative „Opferperspektive“ wurden 2024 in Potsdam 21 rechte Angriffe registriert – fast doppelt so viele wie 2022 und 2023 mit jeweils elf Fällen. Rassismus war demnach mit elf Fällen das häufigste Tatmotiv.
Das Migrationsmonitoring diene als Grundlage für kommunale Planungs- und Entscheidungsprozesse, teilte die Stadtverwaltung mit. Ziel sei es, Entwicklungen frühzeitig sichtbar zu machen und eine faktenbasierte Integrations- und Teilhabepolitik zu unterstützen. (mit dpa)
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