In der jordanischen Hauptstadt Amman hat ein Angreifer am Donnerstag einen Sicherheitsbeamten getötet. Nach Angaben der jordanischen Behörde für öffentliche Sicherheit ging der Täter mit einem spitzen Gegenstand auf den Beamten los. Die Attacke ereignete sich laut der Nachrichtenagentur AP in der Nähe der Botschaft Sri Lankas. Die Vertretung bestätigte, dass sich der Vorfall in ihrer Umgebung zutrug, äußerte sich aber nicht weiter dazu.
Die Behörde für öffentliche Sicherheit sprach nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa von einem „feigen Terrorakt“. Erste Ermittlungen deuteten demnach darauf hin, dass der Angreifer den Anschlag auf den Beamten geplant hatte. Die Umgebung wurde nach der Attacke abgeriegelt.
Zweiter Beamter stoppt den Täter
Ein weiterer Beamter griff sofort ein, überwältigte den Angreifer und brachte die Lage unter Kontrolle. Dabei wurde auch er verletzt. Der Staatssender Al-Mamlaka TV berichtete, der inzwischen festgenommene Täter habe versucht, nach der Waffe des getöteten Beamten zu greifen.
Nach Darstellung des Senders erlitten sowohl der Angreifer als auch der zweite Beamte Verletzungen. Die Behörden bestätigten, dass bei der Tat neben dem getöteten ein weiterer Sicherheitsbeamter verletzt wurde.
Reaktion von König Abdullah II.
Jordaniens Regierungssprecher Mohamed al-Momani schrieb auf X, der Ministerpräsident verfolge die Situation genau. Ein Angriff auf Sicherheitskräfte im Dienst sei nach seinen Worten ein „Angriff auf die Würde des Staates“.
König Abdullah II. erklärte, sein Land werde „im Kampf gegen Terrorismus und Extremismus nicht wanken“. Jordanien gilt in der Region als vergleichsweise sicher, dennoch besteht die Gefahr terroristischer Anschläge.
Anschlag auf Trauerprozession zwei Wochen zuvor
Nur zwei Wochen vor der Attacke in Amman hatten mehrere Schützen das Feuer auf eine Trauerprozession eröffnet, die an einer Kirche im Süden Jordaniens stattfand. Neun Menschen wurden getötet und Dutzende verletzt.
Jordanien griff daraufhin Ziele im benachbarten Syrien an und tötete nach eigenen Angaben rund 20 Mitglieder der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Syrien verurteilte die Angriffe Jordaniens als „inakzeptabel“.
Warum das Risiko in Jordanien gestiegen ist
Das Land grenzt an Syrien und den Irak, aus denen Angreifer kommen können. Seit Beginn des Gaza-Kriegs im Jahr 2023 ist das Risiko weiter gestiegen.
Seither gab es mehrere Angriffe jordanischer Täter auf Ziele mit Bezug zu Israel. Die aktuellen Ermittlungen zum Hintergrund und möglichen Motiv des Angreifers von Amman dauern an.
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