Geschichte

Fotoarchiv Mittelmann: Stadtmuseum Leipzig lädt zu zwei Vorträgen im November

Rolf Sachsse spricht am 10. November im Haus Böttchergäßchen über das jüdische Fotoatelier Mittelmann, Allmuth Behrendt am 26. November über Leipziger Bühnen.

Alexander Angierski
3 Min

Das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig begleitet seine Ausstellung „Momentaufnahme. Das Fotoarchiv Mittelmann“ im November mit zwei Vorträgen im Haus Böttchergäßchen, Böttchergäßchen 3. Beide beginnen um 18 Uhr und kosten jeweils drei Euro. Wer teilnehmen will, meldet sich per E-Mail an [email protected] oder telefonisch unter 0341 9651340 an.

Den Auftakt macht am Dienstag, 10. November, Prof. Dr. Rolf Sachsse, den das Museum als Autor, Künstler und Fotograf vorstellt. Sein Vortrag trägt den Titel „Eugen Mittelmann und das moderne Handwerk der Fotografie – Porträts im Edeldruck, werbende Fotocollagen und Passbilder für Auswandernde“.

Nach Darstellung des Museums betrieben Abram Mittelmann und sein Sohn Eugen in den 1920er- und 1930er-Jahren ein Fotoatelier in Leipzig. Sie hätten dabei zwischen künstlerischem Anspruch im Sinne des Neuen Sehens und den wirtschaftlichen Zwängen eines streng regulierten Berufs gestanden. Ab 1933 sei das jüdische Unternehmen drangsaliert worden, bis Eugen Mittelmann mit seiner Familie emigrierte. Sachsse wolle auch das nähere und weitere Umfeld der Fotografieszene jener Jahre und besonders auf Verfolgung und Exil eines jüdischen Handwerksbetriebs eingehen.

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Leipziger Bühnen der 1920er-Jahre im Fotoarchiv Mittelmann

Am Donnerstag, 26. November, folgt die Musikwissenschaftlerin Dr. Allmuth Behrendt mit dem Vortrag „Künstler im Porträt: Leipziger Bühnen der 1920er Jahre“. Das Archiv enthält nach Angaben des Museums Porträts von Leipziger Bühnengrößen und heute Vergessenen, darunter Schauspieler, Musiker und die Berliner Primaballerina Dorothea Albu. Die Aufnahmen entstanden demnach zwischen 1925 und 1933.

Theaterprogramme zeigten zudem, dass Eugen Mittelmann noch weitere Leipziger Künstler fotografierte, bevor er emigrieren musste und Jüdinnen und Juden auch aus dem Leipziger Kulturleben vertrieben wurden, so das Museum. Behrendt wolle einen Einblick in die Vielfalt der Leipziger Bühnen jener Jahre geben.

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Ausstellung im Haus Böttchergäßchen zeitweise geschlossen

Wer die Ausstellung selbst sehen will, muss eine Pause einplanen: Vom 26. Oktober bis 5. November bleibt sie wegen Umbaus geschlossen. Beide Vorträge liegen nach dieser Schließzeit.

Das Haus Böttchergäßchen hat regulär Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen acht Euro Eintritt, ermäßigt vier Euro; Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt. An jedem ersten Mittwoch im Monat kostet der Eintritt drei Euro.

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