Ratgeber

Fahrradfit für den Frühling: So bereiten Sie Ihr Rad richtig vor

Mit Frühlingsbeginn steigen viele Menschen für den Arbeitsweg, Ausflug oder Einkauf auf das Fahrrad um. Das sollten Sie davor beachten.

4 Min
Liefert Fahrspaß im Frühling: Der Elbradweg führt auch durch das malerische Dresden.

Liefert Fahrspaß im Frühling: Der Elbradweg führt auch durch das malerische Dresden.

© Sylvio Dittrich/Imago

Nach Monaten im Keller oder in der Garage ist das Fahrrad selten sofort einsatzbereit. René Filippek, Technikexperte beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC), rät: „Gerade bei Verschleißteilen wie Kette oder Bremse lohnen sich regelmäßige Pflege und Inspektion."

Wer sein Rad pflegt, fährt sicherer und spart langfristig Reparaturkosten. Der gesamte Check dauert laut dem Fachmagazin Bergzeit zwischen 30 Minuten und zwei Stunden.

1. Gründlich reinigen – aber ohne Hochdruckreiniger

Am Anfang steht die Wäsche. Warmes Wasser, ein weicher Lappen und etwas Spülmittel oder spezieller Fahrradreiniger genügen. Groben Schmutz entfernt man vorab mit einer Bürste, für schwer zugängliche Stellen eignet sich eine alte Zahnbürste.

Mit Wasser und Schwamm: Jetzt steht der Frühjahrsputz für den Drahtesel an.

Mit Wasser und Schwamm: Jetzt steht der Frühjahrsputz für den Drahtesel an.

© Jens Lehmkühler/ADFC

Erst auf einem sauberen Rahmen lassen sich Risse, Dellen oder Verformungen erkennen. „Bei Rissen oder Verformungen sollte das Rad in die Werkstatt", sagt Filippek. Vom Hochdruckreiniger ist abzuraten – er presst Wasser und Schmutz in die empfindlichen Lager.

2. Schrauben und Lager kontrollieren

Alle sicherheitsrelevanten Schraubverbindungen an Lenker, Vorbau und Bremsen müssen fest sitzen. Laut Experten sollten diese ausschließlich mit einem Drehmomentschlüssel angezogen werden, um Beschädigungen zu vermeiden.

Die empfohlenen Werte stehen meist direkt am Bauteil. Auch das Lenkkopflager – der sogenannte Steuersatz – verdient Aufmerksamkeit: Wer bei gezogener Vorderradbremse das Rad vor- und zurückschiebt und dabei ein Spiel spürt, sollte nachstellen oder eine Werkstatt aufsuchen.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

3. Reifen prüfen und aufpumpen

Die Reifen sollten auf Risse, Schnitte und ausreichendes Profil untersucht werden. Abgefahrene Mäntel gehören ausgetauscht. Anschließend die Reifen auf den richtigen Druck bringen – ein Richtwert liegt laut Bergzeit bei etwa zwei Bar.

Wer mit schlauchlosen Reifen (Tubeless) fährt, sollte zusätzlich den Zustand der Dichtmilch kontrollieren und bei Bedarf nachfüllen. Auch die Speichen verdienen einen Blick: Sie sollten unbeschädigt und gleichmäßig gespannt sein.

Besonders wichtig für das Fahren in den Abendstunden: Ein richtig platziertes und funktionierendes Licht.

Besonders wichtig für das Fahren in den Abendstunden: Ein richtig platziertes und funktionierendes Licht.

© Jens Lehmkühler/ADFC

4. Bremsen überprüfen

Die Bremsanlage ist das wichtigste Sicherheitsbauteil am Fahrrad. Bremsbeläge müssen mindestens einen Millimeter Restdicke aufweisen, die Querrillen sollten noch sichtbar sein. „Abgenutzte Bremsklötze oder Scheibenbremsbeläge müssen ausgetauscht werden, das ist sicherheitsrelevant", betont ADFC-Experte Filippek.

Bei hydraulischen Bremsen lohnt ein Blick auf den Bremsschlauch und ein Test des Bremsdrucks: Lässt der Hebel bei gehaltener Bremse spürbar nach, muss die Anlage entlüftet werden – das überlässt man am besten dem Fachmann.

5. Kette säubern und ölen

Schmutz und alter Schmierstoff schädigen Kette, Kassette und Schaltwerk, warnt der ADFC. Die Reinigung funktioniert einfach: Rad aufstellen, Kette mit einem sauberen Lappen umfassen und mehrfach durchziehen.

Anschließend frisches Kettenöl auf die Innenseite auftragen, die Kurbel mehrmals drehen und überschüssiges Öl abwischen. Dabei unbedingt darauf achten, dass keine Ölspritzer auf die Bremsscheiben gelangen. Entfetter sind tabu – sie zerstören die werkseitige Grundschmierung der Kette.

Wer bei komplexeren Arbeiten wie der Schaltungsjustierung unsicher ist, kann die Selbsthilfewerkstätten des ADFC nutzen, die es unter anderem in Berlin, München, Hamburg und Jena gibt.

Ostdeutsche Radwege für die erste Frühlingstour

Ein frühlingsfit gemachtes Fahrrad eignet sich bestens für ausgedehnte Touren auf den zahlreichen Fernradwegen in Ostdeutschland. Der Elberadweg führt von der tschechischen Grenze bis zur Nordsee und zählt zu den beliebtesten Radrouten Deutschlands.

Der Berlin-Usedom-Radweg führt durch Prenzlau in der brandenburgischen Uckermark.

Der Berlin-Usedom-Radweg führt durch Prenzlau in der brandenburgischen Uckermark.

© Eventpress/Imago

Entlang der deutsch-polnischen Grenze verläuft der Oder-Neiße-Radweg, der Spreeradweg folgt dem Flusslauf von der Lausitz bis nach Berlin. Wer die Hauptstadt mit der Ostsee verbinden möchte, findet im Berlin-Usedom-Radweg eine gut ausgebaute Strecke.

Erst vor wenigen Tagen teilte der Fahrradclub ADFC mit, dass der Radfernweg Dresden–Berlin eine bessere Beschilderung bekommt. Die rund 250 Kilometer lange Strecke führt Fahrradtouristen von der sächsischen Landeshauptstadt durch das Lausitzer Seenland und den Spreewald bis ans Brandenburger Tor.

Der Ostseeküsten-Radweg schließlich bietet Küstenpanorama von Travemünde bis zur Insel Usedom.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner