Nach Monaten im Keller oder in der Garage ist das Fahrrad selten sofort einsatzbereit. René Filippek, Technikexperte beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC), rät: „Gerade bei Verschleißteilen wie Kette oder Bremse lohnen sich regelmäßige Pflege und Inspektion."
Wer sein Rad pflegt, fährt sicherer und spart langfristig Reparaturkosten. Der gesamte Check dauert laut dem Fachmagazin Bergzeit zwischen 30 Minuten und zwei Stunden.
1. Gründlich reinigen – aber ohne Hochdruckreiniger
Am Anfang steht die Wäsche. Warmes Wasser, ein weicher Lappen und etwas Spülmittel oder spezieller Fahrradreiniger genügen. Groben Schmutz entfernt man vorab mit einer Bürste, für schwer zugängliche Stellen eignet sich eine alte Zahnbürste.
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© Jens Lehmkühler/ADFC
Erst auf einem sauberen Rahmen lassen sich Risse, Dellen oder Verformungen erkennen. „Bei Rissen oder Verformungen sollte das Rad in die Werkstatt", sagt Filippek. Vom Hochdruckreiniger ist abzuraten – er presst Wasser und Schmutz in die empfindlichen Lager.
2. Schrauben und Lager kontrollieren
Alle sicherheitsrelevanten Schraubverbindungen an Lenker, Vorbau und Bremsen müssen fest sitzen. Laut Experten sollten diese ausschließlich mit einem Drehmomentschlüssel angezogen werden, um Beschädigungen zu vermeiden.
Die empfohlenen Werte stehen meist direkt am Bauteil. Auch das Lenkkopflager – der sogenannte Steuersatz – verdient Aufmerksamkeit: Wer bei gezogener Vorderradbremse das Rad vor- und zurückschiebt und dabei ein Spiel spürt, sollte nachstellen oder eine Werkstatt aufsuchen.
3. Reifen prüfen und aufpumpen
Die Reifen sollten auf Risse, Schnitte und ausreichendes Profil untersucht werden. Abgefahrene Mäntel gehören ausgetauscht. Anschließend die Reifen auf den richtigen Druck bringen – ein Richtwert liegt laut Bergzeit bei etwa zwei Bar.
Wer mit schlauchlosen Reifen (Tubeless) fährt, sollte zusätzlich den Zustand der Dichtmilch kontrollieren und bei Bedarf nachfüllen. Auch die Speichen verdienen einen Blick: Sie sollten unbeschädigt und gleichmäßig gespannt sein.
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© Jens Lehmkühler/ADFC
4. Bremsen überprüfen
Die Bremsanlage ist das wichtigste Sicherheitsbauteil am Fahrrad. Bremsbeläge müssen mindestens einen Millimeter Restdicke aufweisen, die Querrillen sollten noch sichtbar sein. „Abgenutzte Bremsklötze oder Scheibenbremsbeläge müssen ausgetauscht werden, das ist sicherheitsrelevant", betont ADFC-Experte Filippek.
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Bei hydraulischen Bremsen lohnt ein Blick auf den Bremsschlauch und ein Test des Bremsdrucks: Lässt der Hebel bei gehaltener Bremse spürbar nach, muss die Anlage entlüftet werden – das überlässt man am besten dem Fachmann.
5. Kette säubern und ölen
Schmutz und alter Schmierstoff schädigen Kette, Kassette und Schaltwerk, warnt der ADFC. Die Reinigung funktioniert einfach: Rad aufstellen, Kette mit einem sauberen Lappen umfassen und mehrfach durchziehen.
Anschließend frisches Kettenöl auf die Innenseite auftragen, die Kurbel mehrmals drehen und überschüssiges Öl abwischen. Dabei unbedingt darauf achten, dass keine Ölspritzer auf die Bremsscheiben gelangen. Entfetter sind tabu – sie zerstören die werkseitige Grundschmierung der Kette.
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Wer bei komplexeren Arbeiten wie der Schaltungsjustierung unsicher ist, kann die Selbsthilfewerkstätten des ADFC nutzen, die es unter anderem in Berlin, München, Hamburg und Jena gibt.
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© Eventpress/Imago
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