Die Erfurter Künstlerin und Schriftstellerin Gabriele Stötzer ist am Samstag in der Kaiserpfalz Goslar mit dem Kaiserring der Stadt ausgezeichnet worden. Sie ist die erste Frau aus der ehemaligen DDR, die den seit 1975 jährlich vergebenen Preis für moderne Kunst erhält.
„Sie ist eine Künstlerin, die auf eindrucksvolle Weise zeigt, wie Kunst zu einem Ausdruck von Freiheit, Selbstbestimmung und gesellschaftlicher Verantwortung werden kann“, sagte die Goslarer Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner (SPD) bei der Verleihung.
Stötzer setzte sich früh mit den Machtverhältnissen in der DDR auseinander
Stötzer, Jahrgang 1953, prägte bereits in den frühen 1980er Jahren die unabhängige Kunst- und Frauenbewegung der DDR. Ihr künstlerisches Werk umfasst Fotografie, Super-8-Film, Grafik und Weberei.
Laudatorin Florence Thurmes, Generaldirektorin der Kunstsammlungen Chemnitz, betonte, Stötzer habe sich früh mit Machtverhältnissen, Rollenbildern und gesellschaftlichen Grenzen auseinandergesetzt – insbesondere mit jenen, die in der DDR vorherrschten.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) würdigte das Schaffen der Künstlerin laut Angaben der Stadt in einem Glückwunschschreiben als eine herausragende Position der Gegenwartskunst und als wichtiges Zeugnis deutscher Zeitgeschichte.
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Begleitausstellung im Mönchehaus Museum
Parallel zur Preisverleihung eröffnete das Mönchehaus Museum Goslar am Samstag eine Einzelausstellung der Preisträgerin unter dem Titel „VERbunden“. Sie ist bis zum 31. Januar zu sehen.
Der Goslarer Kaiserring zählt zu den international renommiertesten Auszeichnungen für moderne Kunst. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem Henry Moore, Max Ernst, Joseph Beuys, Gerhard Richter, Christo, Andreas Gursky, David Lynch, Olafur Eliasson und Barbara Kruger. In den vergangenen drei Jahren wurde der Preis an Vadim Zakharov und Yuri Albert, Miriam Cahn sowie zuletzt an Katharina Fritsch vergeben.
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